reflections

Kekse gegen Kummer


Vor einiger Zeit habe ich mir von einer Bekanntschaft Kekse schicken lassen.
Ich denke, ich muss nicht erklären, welche "Vitamine" enthalten waren.

Nachdem die eine Zeitlang bei mir luftdicht verschlossen lagerten, habe ich gestern einen ausgepackt.
Ich hatte wieder ein kleines Down und wollte dem sozusagen entgegen steuern.

Meine Erfahrungen hierzu fallen jedoch eher verhalten aus.

Ich habe folgendes gelernt:
1. Die Wirkung setzt erst einige Stunden später ein.
2.  weniger ist manchmal mehr

Um 21 Uhr habe ich einen der Kekse klein gebrochen und langsam gegessen.
Nachdem jede Wirkung ausblieb, habe ich ein kleines Schnapsgläschen mit 80er Strohrum dazu genommen.

Eine halbe Stunde später war immer noch nichts.

Ich ging heiß duschen und legte mich im Bademantel auf mein Bett.
Ich dachte, ich könnte mit ein paar "Entspannungsübungen" die Wirkung beschleunigen.
Nach mehr als ein Dutzend Übungen (ja, das war irre) fühlte ich mich ein wenig müde.
Ich zog mich an und ging ins Wohnzimmer.
Während ich auf den Rausch wartete, begann ich ein paar überflüssige Fotos von meinem Handy zu löschen.
Mein Speicher war schon ziemlich arg belegt mit allmöglichem Quark.
Das nächste was ich weiß, ist ,dass es nach 23 Uhr war und ich hunderte von Fotos gelöscht haben musste.

Mein Sichtfeld war eingeschränkt.
So ähnlich wie bei sehr starker Müdigkeit.
Unten war eine Art weißer Balken, der nach oben hin durchsichtig und weich wurde. Ich sah alles wie durch einen Schleier. Alles war weich und unscharf und unten sehr hell.
Ich stand auf, um etwas zu trinken. Mein Mund war ganz trocken.
Während ich ein paar Schritte ging, stellte sich heftiges Herzrasen ein.
Mein Herz hämmerte wie verrückt und sehr hart und schmerzhaft gegen die Rippen.
Panisch meldete ich mich bei meiner Mutter.
Sie rief meinen Bruder an, der sich damit auskannte und er versicherte ihr, dass ich an einer Überdosis nicht sterben würde, auch wenn es sich so anfühlt.
Ich wollte mich ablenken und mit meiner jüngsten Facebook-Bekanntschaft Sprachnachrichten tauschen. Aber nachdem ich mich ihm anvertraute, wurde er sauer und wollte, dass ich ihn in Ruhe lasse.
Ich hatte aber zu viel Schiss das alleine durchzustehen und hab in meiner Not jemand anderen belämmert. Einen Bogenschützen aus der Schweiz. Er hat mich eine Weile unterhalten und moralisch aufgebaut. Das hat geholfen.
In den nachfolgenden Stunden bis ca. 1 Uhr morgens hatte ich Störungen, die mich mehr und mehr entsetzten.
Es fing mit Kopfzittern an, dann steigerte es sich zu einem heftigen Schütteln, welches meine Schultern und meinen halben Oberkörper mitnahm.
Ich konnte mich nicht dagegen wehren. Es ging nicht.
Adrenalin wurde schübeweise ausgeschüttet und ließ mein Herz sich regelrecht überschlagen.
In der Zeit von 1 bis 2 Uhr morgens wurden meine Handflächen heiß und auch die Innenseiten meiner Oberschenkel. Es brannte richtig. Rechtsseitig bekam ich punktuell stark brennende Schmerzen.
Und die ganze Zeit schrecklicher Durst.
Eine ganze Wasserflasche ging drauf.

 

 

Als ich heute früh Brötchen holen und zu meinem Ex und den Kindern fahren sollte, war mir ein bisschen mulmig zumute.
Aber ich hab die dreiviertel Stunde auf der Autobahn ganz gut gemeistert.


Fazit:
Dr#gen helfen ganz gut gegen Kummer.
Man kriegt so dermaßen Angstzustände, dass alle anderen Dinge plötzlich sehr belanglos werden.


Oh Mann

 

 

28.3.20 14:29

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