reflections

Wasser kann alles sein

 

 

Wasser ist die Urkraft und fließt wohin es will.

 

Es kann jede Gestalt annehmen: Füllt man es in einen Krug, wird es zum Krug.

 

Wasser kann sehr hart sein, Wasser kann kalt sein.

 

Es ist unverwundbar und wird von allen gebraucht.

 

 

 

Wie schön ist es doch, dass wir Menschen zu 70 Prozent aus Wasser bestehen.

 

 

Das gibt uns doch eigentlich genug Potential mit auf den Weg, um in der rauhen feindlichen Welt zu bestehen.

 

 

 

 

Brander hat vergangene Woche Kontakt zu mir gesucht.

 

Ich hab versucht eisern zu bleiben. ->Hart.

Ich hab versucht reserviert zu sein. ->Kalt.

 

Aber dieser verdammte Kerl ist einfach zu liebenswert mit seiner freundlichen und gefälligen Art. Und so hat mich nach kurzem Wortwechsel sein verfluchtes Charisma schon wieder in seinen Bann gezogen.

Als ich es merkte, war es schon zu spät.

Mir blieb nur noch die Notbremse: ich stieg ohne weiteres Wort aus der Unterhaltung aus.

 

Aber es hat schon gereicht…

Er hat meine vergrabenen Gefühle und Gedanken wieder zu Tage gefördert, wie wann ein Rindvieh das Gras wegfuttert, welches über eine Sache wachsen soll!

 

Und da waren sie wieder: Depression, Tränen und Unglück

 

 

In meiner Not hab ich Lucky angeschrieben. Ich wollte nur ein paar nette Worte von ihm. Ablenkung. Irgendwas.

Allerdings hat sich unser Kontakt auf „Guten Morgen“ und „gute Nacht“ reduziert und er schaut ansonsten meine Nachrichten entweder gar nicht oder erst viel später an.

So hat er auch in diesem Fall erst am Folgetag und sehr wenig hilfreich zurück geschrieben.

 

 

Worüber haben Brander und ich gesprochen?

Es ging hauptsächlich um meine mangelhafte Rüstung und die Verletzungen, die ich riskiere.

Er hat mir Vorschläge gemacht, wie ich mich besser schützen kann.

Es war auch ziemlich niedlich, wie er die anderen betitelt hat, die mir den Schaden zugefügt haben.

Ich mag Männer mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt.

 

Tja, heute abend ist die nächste Stunde in Vollkontakt und meine bestellten Protektoren sind noch nicht angekommen. Auch ist mein Schild bei Aelric zur Reparatur und der kommt heute – wenn überhaupt – erst ein paar Stunden später. Und jetzt kommts: Mein Helm musste wegen einer drückenden Schweißnaht ebenfalls in Nachbearbeitung und so ziehe ich heute nur mit einer Fechtmaske in den Kampf.

Ich hab ein ziemlich mieses Gefühl.

 

Ich hab Angst.

 

Aber ich bestehe glücklicherweise zu 70 Prozent aus Wasser.

Und Wasser kann alles sein.

 

Vielleicht sogar mutig.

 

 

 

Um mich im Zuge meiner Selbstheilung (mental wie körperlich, denn meine Wunden sehen immernoch schrecklich aus) habe ich den Portaltag am Sonntag vollumfänglich ausgeschöpft, um mich zu energetisieren.

Nicht nur, dass ich bereits vor dem Aufstehen den Tag mit heftigster Sexualmagie begonnen und den längsten Orgasmus meines Lebens genossen habe, ich hatte außerdem mit meiner neuen Hexenanwärterin Ginger eine kleine Exkursion auf dem Programm.

Ich holte sie um elf Uhr vormittags ab und wir fuhren zu meinen heiligen Steinbrüchen.

Es war eine sehr lustige Fahrt! Ich saß fröhlich am Steuer und plauderte vor mich hin und gelegentlich war ein leises „ach du Scheiße“ von der Beifahrerseite zu hören, wenn die Reifen in den Kurven quietschten. Hinterher hat sie den Sitz nach verlorenen Flüssigkeiten abgetastet….

LOL

 

Ginger ist was ich einst war.

Sie hat Angst vor dem Leben und genauso Angst, es zu verpassen.

Hinter ihren Augen arbeitet es nonstop

Sie ist ein sehr tiefes Wasser.

Darum sollte Wasser auch unser Thema am Sonntag sein.

 

Als wir den See im Wald erreichten, konnte ich endlich den tiefen harmonischen Frieden der Atmosphäre mit einem würdigen Menschen teilen.

Ginger saß eine ganze Weile schweigend und staunend am Ufer und war sofort ganz im Bann der heiligen Aura.

Auch für mich ist es immer wieder ein Wunder. Und ich staunte mit ihr gemeinsam.

 

Nach einer Weile zog ich mich aus und legte ein kleines Tuch (eine alte Spuckwindel) ans Ufer.

Dann ging ich hinein.

 

Ginger kam bis zu den Knien und machte einen Kneipp-Gang.

 

Ich tauchte so schnell wie möglich unter und schwamm eine kleine Runde.

Die Kälte war schneidend. Im Bereich der Schlüsselbeine bekam ich richtiggehend Schmerzen.

Schnell verließ ich das Wasser wieder und stellte mich in die Sonne.

Und dann fühlte ich was merkwürdiges: Meine Haut war rundherum gefühllos. Ich spürte nicht einmal mehr die Kälte.

Ich rieb mich mit dem Tuch trocken. Auch das spürte ich nicht.

Und später, als ich mich angezogen hatte, spürte ich noch lange Zeit ein Kribbeln an den Fußsohlen.

 

Ich glaube, das Wasser hat mir eine Art Geschenk gemacht.

Es wollte meine Gefühle betäuben. Mir ein dickeres Fell verleihen. Mich kalt genug machen.

 

 

Den Rest des Tages hatte ich mit Ginger Früchte und Wurzeln für diverse Pülverchen und Salben gesammelt.

Die Verarbeitung wird mich noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen…

 

 

 

Ich lass von mir hören. *zwinker*

27.10.20 11:05

Letzte Einträge: Gespräch mit einem Engel, Zwischen guten und schändlichen Taten, Alles ist zu viel, Winterschlaf, Gefallener Engel

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Little-big-mom (27.10.20 23:20)
Nachtrag:

Statt Fightpractise gab es heute Basics und Theorie für mich.

Treffpunkt war auch nicht in der Halle der Huscarl-Typen, sondern im Freien.

Aelric und ich waren allein.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung