reflections

Frau Gräfin


Meine Götter, hab ich Kopfschmerzen.
Das geht schon seit Tagen.
Das ist oft so, wenn das Wetter umschwingt und neue Hitze mit sich bringt.

Dennoch hab ich mir keine Pause gegönnt und war sehr ehrgeizig.
Am Samstag habe ich Der-Mit-Zwei-Jobs-Tanzt die Kinder zum Umgang überantwortet und bin nach Lischeid zum Schwertkampftraining gefahren. Das liegt so zwischen Marburg und Kassel.
Ich war bereits im August dort gewesen. Jarl Kanaille hatte mir Stunden in Codex Belli versprochen.
Das Training lief eigentlich ganz gut.
Ich weiß nur nicht, ob er absichtlich seine Lenden gegen meinen Hintern gedrückt hat, als er einmal hinter mich trat, um meine Schwerthand zu führen.
Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet.

Mein Schwertbruder war übrigens auch mit dabei.
Ich habe abwechselt mal mit ihm und mal mit Jarl Kanaille geübt.

Hinterher gingen wir rüber zu Guismo und seiner Frau.
Ich hatte Handarbeitszeug dabei und saß bis abends mit ihnen draußen und habe die Borte an mein Kleid genäht.
Es war sehr lustig und wir haben viel gescherzt und gelacht und dummes Zeug gelabert.
Guismo wollte mein Schwert mal inspizieren und nahm es probehalber in die Hand.
Dann schüttelte er den Kopf. Sagte nichts. Ging aber in seine Scheune und holte seine diversen Schwerter heraus.
Ich durfte eines nach dem anderen in der Hand wiegen.
Keines war so schwer wie meines. Sogar der Anderthalbhänder und das schottische Breitschwert fühlten sich leichter an.
Es lachte und meinte, die wären kaum leichter. Das Gewicht wäre nur besser verteilt.
Der Schwerpunkt darf nicht so weit vom Parier entfernt sein.
Ich habe ausgemessen. Der Schwerpunkt bei meinem Schwert liegt 17 cm hinter dem Parier. Damit ist meine Waffe zu kopflastig und für den Kampf ungeeignet.
Es wunderte ihn kein Stück, dass mir nach jeder Übung der Nacken und die Schulter weh taten.

Ich war deprimiert.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit ein paar sehr lustigen Filmen.
Guismo war so nett, mir ein Gästebett zu stellen. Mein Schwertbruder und ich sollten uns ein Zimmer teilen.
Ich hatte Sorge, ob das gut geht. Aber da jeder sein eigenes Bettchen hatte und der Hausherr nicht weit war, hatte ich nichts zu befürchten.

Ich fand es ein bisschen schade, dass wir nicht zusammen gegessen haben.
Ich hatte nur ein halbes Brötchen zum Frühstück und war seitdem nur noch unterwegs gewesen.
Aber auch Sonntag früh gab es nichts. Nur eine Tasse Kaffee.
Ich bin dann nicht mehr allzulange geblieben.
Doch bevor ich ging gab mir mein Schwertbruder einen Karton und sagte, dass es ein Geschenk für mich sei.
In dem Karton waren Adelsbriefe für mich und meine Töchter.
Ich darf mich ab sofort Gräfin von Falkenstein nennen. Sternchen und Honigdachs sind Prinzessinnen.
Ich dachte, es sei ein Fake.
Aber da war auch ein Echtheitszertifikat und die Unterschriften des Markgrafen auf den Urkunden waren Originale nebst Siegelprägung.
Darüber hinaus fand sich eine umfassende Broschüre und meine höchsteigene Noble Society-Card aus Metall.

Ich war fassungslos.
Ich fragte ihn, womit ich das verdient hätte und ob das nicht voll teuer gewesen war.
Aber er wollte mir darüber keine Auskunt geben. Er sagte nur, dass es ihn kein Geld gekostet und dass ich mir den Titel ehrlich verdient hätte.
Egal wie sehr ich auch drängte, er wollte mir nichts weiter dazu sagen.
Im Gegenteilt. Er bat mich, niemandem zu erzählen, dass er mir die Adelsbriefe vom Markgrafen beschafft hatte.

Jetzt im Nachhinein machen ein paar andere Dinge auch Sinn.
Vor einiger Zeit hatte er mich nämlich auf ein paar Burgen angesprochen und ich hatte ihm erklärt, dass ich keine von ihnen je gesehen, aber von Burg Falkenstein wenigstens schon gehört hatte. Außerdem gibt es ein paar nette Lieder in Bezug auf Falkenstein und auch eine Band die so heißt.
Dass Brander mir von Falkenstein erzählt hatte, hab ich verschwiegen.

So, jetzt muss ich mir die Burg wirklich irgendwann mal angucken.^^

...

Den Sonntag Nachmittag habe ich dann am Rondo von Hanau-Steinheim verbracht.
Dort habe ich Der-Mit-Zwei-Jobs-Tanzt und unsere Kinder wieder getroffen. Ich habe diesmal extra meine Skates mit gebracht, damit ich mich der Szene anschließen konnte.
Beim Speed-Skating ist natürlich keiner besser als mein Exmann.
Aber immerhin konnte auch ich an meiner Technik feilen und ein bisschen punkten. Ich bin sehr schnell und wendig.
Die übrigen Teilnehmer kenne ich alle aus der Rollschuhdisco.
Es sind ausnahmslos Freunde von Der-Mit-Zwei-Jobs-Tanzt.
Aber ich komm ganz gut mit ihnen klar, auch wenn sie mich dafür verhöhnen, dass ich Inliner bevorzuge.
Jedem Narr gefällt sei Kapp!
Und was dem einen sei Uhl is dem annern sei Nachtigall....

Auch mein Ex hat ein bisschen gefeixt, aber das darf er.
Ich bin froh, dass unser Verhältnis soweit in Ordnung ist.
Nächste Woche am 21.09. haben wir unsere Scheidung vor Gericht.
Bin gespannt, ob der Termin auch so relaxed abläuft.

...

Brander muss mitbekommen haben, dass meine Scheidung kurz bevor steht.
Er hat mir ein Jobangebot beim hiesigen Ritterladen geschickt.
Süß.
Wenn er wüsste, dass ich bereits seit einem halben Jahr doppelt so viel arbeite, wie bisher und damit freiwillig auf Trennungsunterhalt verzichte... Für mich macht es keinen Unterschied mehr, ob ich verheiratet bin oder nicht.

Außerdem liebe ich meine Arbeit und will dort nicht weg.

Auch wenn ich manchmal für sehr befremdliche Zwecke ausgenutzt werde...
So wie heute:
Da hat irgend so ein Arsch letzte Nacht ein Ei an die Hauswand geworfen und ich musste es heute morgen weg scheuern.

Das muss ja vielleicht ein dämlicher Anblick gewesen sein.
Top gestylte Frau in kurzem rosa Wickelkleid auf 12 cm-Pumps schrubbt mit einer Bürste den Dotter-Glodder von der Fassade....
*Augenroll*

Dabei lief mir das scheiß Putzwasser die Arme runter und ich sah aus wie eine Sau!

Mein Chef guckte einmal kurz mitleidig zur Tür heraus und meinte nur, ich solle aufpassen, ich würde ganz schmutzig.
Ich sprach kein Wort - warf ihm nur einen bösen Blick zu und zack war er wieder weg.


Ja, Frau Gräfin putzt Eier-Pampe immer in Highheels von de Wand!

Grrrrrr...

15.9.20 16:48, kommentieren

I will go down with this ship

 

Ich hab etwas auf dem Herzen, was ich heute los werden will.

 

Die ganze Zeit arbeite ich so sehr daran, härter, stärker und besser zu werden, dass ich die meisten meiner Schwächen sehr sehr verdrängt habe.

Ich meine solche Schwächen wie Ängste, Sehnsüchte und negative Gefühle.

 

Nun war es so, dass ich vor ein paar Nächten völlig erregt aufgewacht bin, weil ich das Gefühl hatte, dass mich jemand gestreichelt hat.

Das Gefühl war so intensiv und so echt, als hätte wirklich jemand seine Hände auf meinen Brüsten und in meinem Schritt gehabt.

Diese Erfahrung hat in mir wieder viele Gedanken wach gerufen und damit auch eine ganze Menge Kummer.

 

Ich habe sogar kurz an Halfdan denken müssen und an die Tatsache, dass er zwar ein unerträglicher Mensch ist, aber dass es zumindest schön gewesen war, mal nicht allein schlafen zu müssen.

Das ist etwas, an das ich mich nie so recht gewöhnen will.

Nachts allein sein.

Keine Wärme, keine Nähe, niemand, den man im Arm halten kann.

 

Letzte Nacht war es besonders schlimm.

Ich lag lange Zeit wach und hab mir nichts sehnlicher gewünscht, als in vertrauensvoller Umarmung neben Brander zu liegen.

Es ist immer hart, sich grausamen Wahrheiten zu stellen. Und die Wahrheit ist, dass ich schon immer ein scheiße einsames Leben hatte.

 

Zwar nehme ich weiterhin fleißig die Pille, um mit Hilfe der Chemie meine Sexualtriebe zu dämmen, aber das nützt nichts gegen diesen tief sitzenden Kummer in Bezug auf all die unzähligen einsamen Jahre, die mein Leben geprägt haben.

Wenn ich wenigstens hässlich wäre, dass wüsste ich zumindest, warum mich keiner lieben kann.

 

Ich weiß schon, wonach das wieder klingt.

Selbstmitleid.

 

Ich wollte es mir abgewöhnen, aber manchmal bricht es wieder zutage und dann will ich es auch nicht leugnen.

 

Ich habe mein Leben unter das Motto „face your fear“ gestellt.

 

Das praktiziere ich so oft es geht – auch bei dummen kleinen bedeutungslosen Angelegenheiten.

So wie neulich, als ich statt eine riesige Winkelspinne zu töten, sie ganz mutig mit einem Glas gefangen und nach draußen gebracht hatte.

Das hab ich vorher noch nie geschafft.

 

Auch wechsele ich nicht mehr die Straßenseite, wenn ein großer Hund kommt. Oder ich unternehme einen Spaziergang im Dunkeln und lasse mich auch von Geräuschen nicht schrecken.

 

Und so versuche ich mit vielen kleinen Schritten meinem Leben eine Wendung zu geben.

 

Es reicht nicht aus, seine Talente und Fähigkeiten auszubauen, um an Wert zu gewinnen.

Man muss auch Mängel abstellen.

 

 

Es gibt Momente, da würde ich mich so gerne meiner Mutter anvertrauen.

Würde so gerne irgendeinem Menschen von meinem Kummer und von meinem Kampf erzählen.

Aber es gibt absolut niemanden auf dieser Welt, der in Bezug auf meine Liebe zu Brander hinter mir stehen und meine Ambitionen auch nur ansatzweise verstehen würde.

Und selbst wenn – helfen kann mir da auch keiner.

 

 

Ich habe das Schiff offenen Auges in den Eisberg gelenkt.

 

Und wenn es mir nicht gelingt, das Ding zu kitten, dann bleibe ich an Bord und geh mit ihm unter!

 

 

 

….And I won't put my hands up and surrender

There will be no white flag above my door

I'm in love and always will be

11.9.20 09:59, kommentieren

Besser Brettchen im Rahmen, als vorm Köpfchen

 

 

Nachdem ich 10 Tage mit Schmerzen in Nacken und Schulter sowie grippalem Infekt ausgeknockt war, habe ich die Ruhephase für ein neues Handarbeitsprojekt genutzt.

 

Ehrlich gesagt, habe ich mich eine ganze Weile davor gedrückt, weil ich ziemlich Schiss hatte, dass ich mich damit übernehmen würde, aber glücklicherweise habe ich mich geirrt.

 

Bereits im Mai habe ich begonnen pflanzengefärbtes Garn zu dickeren stärkeren Fäden zu verspinnen. Das hat mehrere Wochen gedauert und hatte ein paar Knäuel Wolle in verschiedenen Grüntönen zum Ergebnis.

Auch weiße und lichtgraue Wolle habe ich mit mercerisiertem Garn und Metalleffekt-Fäden versponnen und damit zu leuchtendem Glanz gebracht.

Weil diese Arbeit bereits sehr aufwendig war, scheute ich mich die gute Wolle sinnlos zu vergeuden.

Der Plan war, eine Borte damit zu weben, die einer Göttin würdig wäre.

Leider habe ich vom Brettchenweben kaum Ahnung.

Mein erster Versuch mit normaler Filzwolle war zwar sehr hübsch, aber leider völlig ohne Plan entstanden. Ich hatte mich von dem entstehenden Muster quasi selbst überraschen lassen.

Bei meiner besonderen Wolle wollte ich das anders händeln.

So las ich mich in die Thematik ein und verfolgte auf Youtube sämtliche Videos, bis ich wenigstens wusste, was es mit der Scher-Richtung auf sich hat. Es gibt S- und Z-gescherte Brettchen und entsprechend variiert der Musterverlauf beim Vor- und Rückwärtsdrehen.

Aber bevor ich einfach loslegte, wollte ich mir erst über der Muster klar werden.

Zwar gibt es auf diversen Internetseiten bereits Anleitungen (Widderhorn, Diamant, etc.), aber es kratzte an meinem Ego eine fremde Arbeit einfach stump zu kopieren.

Ich wollte mein eigenes Ding!

Und so nahm ich Karopapier und begann zu rechnen und zu malen.

Mein erster Entwurf ließ sich leider nicht verwirklichen, da mein Webrahmen nicht für 20 Brettchen ausgelegt ist.

So musste ich mein Muster ändern und kam schließlich auf 16 Brettchen.

Mehr hätte auch nie auf den  Rahmen gepasst.

Das Aufziehen war der nervenraubendste Part an der Sache.

Ich habe fünf einhalb Stunden gebraucht und war morgens um halb zwei in der Nacht erst damit fertig.

Am Ende haben meine Augen geflimmert und ich fühlte mich wie sturzbesoffen.

Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, die ersten Anfänge zu weben.

Ich hätte niemals ruhig schlafen können, ohne die Gewissheit, dass die ganze Mühsal fruchten würde!

Nach einer halben Stunde konnte ich schon beobachten, wie das Muster die gewünschte Gestalt annahm.

Es war wie ein Wunder!

Ich konnte nicht aufhören zu staunen.

 

Von da an habe ich jeden Tag gewebt.

Ich habe den Webrahmen überall mit hingeschleppt. Sogar auf den Spielplatz.

Und während die Kinder spielten, habe ich an meiner Borte gearbeitet.

Die ersten 20 cm sind ein bisschen zu eng gezogen, aber dann hat es geflutscht und die Borte ist fehlerfrei und bis zum Schluss perfekt geworden.

Letzte Nacht habe ich die Endfäden verknotet und mein Kunstwerk liebevoll betrachtet.

Ich bin überzeugt, dass Frigg meine Finger geführt haben musste.

Kein Mensch kann auf Anhieb so viel Talent beweisen.

 

Das Muster, welches ich erschaffen habe, symbolisiert den magischen Fluss.

Es sind sanft geschwungene weißgoldene Wellenlinien, die auf das pflanzengefärbte Grün meiner Heilkräuter treffen.

Und die Mitte zeigt eine Kette aus Kristallen, welche die Kern-Seelen allen Lebens symbolisieren. (weiße leicht ovale Rauten mit je einem grüngoldenen Punkt in der Mitte. Wie das allsehende Auge oder ein befruchtetes Ei.)

Jede Seele hat einen Kern. Und manchmal sieht man sie losgelöst als kleine Orbs vorbei fliegen.

 

Ich bin so stolz.

Und so glücklich.

 

Ich habe Brander ein Foto davon geschickt.

 

Er meinte: „Sieht gut aus.“

 

 

 

Ich bin nicht böse deswegen.

 

Wie will man einem Blinden die Farbe blau erklären?

 

 

Vielleicht habe ich mich aber auch in ihm getäuscht?

Ich dachte, er wäre mit Leistungen mehr zu beeindrucken, als mit hübschen Selfies und Nacktfotos.

 

Tatsächlich aber hat er alles in allem meine erotische Seite stets mehr bewundert, als sämtliche meine vollbrachten Wunder.

 

 

Warum also ist der Drang so stark, um ihn zu kämpfen?

Welche Aufgabe habe ich in seinem Leben noch zu erfüllen oder er in meinem?

Ich kann es nicht erklären.

Ich weiß nur, dass es wichtig ist.

 

 

Was bleibt abschließend zu sagen?

Tja, wenn sonst niemand beeindruckt ist – also ich bin es.

Sehr sogar.

 

 

Ich danke den Göttern für die positive Entwicklung.

Ich werde euch nicht enttäuschen.

 

 

 

3 Kommentare 9.9.20 10:17, kommentieren

...und mit Geistesstärke tu ich Wunder auch



Soviel Kummer um mein erstes Schwert ... au weia!

 

Wenn ich daran denke, wie ehrfürchtig ich es aus dem Karton gepackt und wie sorgsam ich es von der Schutzfolie befreit habe, um es zum ersten mal liebevoll zu betrachten, nur um kurze Zeit später mit der gnadenlosen Wucht von 1,488 KG Enttäuschung niedergeschmettert zu werden, muss ich fast lachen.

Es war nicht das Gewicht, was mich erschreckt hatte.
Auch nicht die Schmerzen, die es mir in der Schuler beigebracht hatte.

Es war etwas anderes und das will ich gleich erklären.

Vorher muss ich erwähnen, dass Brander mir einen Hinweis gegeben hat, der mich auf die richtige Spur gebracht hatte.
Er hat mir dazu geraten mit dem Schwert die Nacht zu verbringen, um dann in einer ruhigen Minute zu horchen, was es flüstert.

Genau das habe ich getan.

Ich habe sogar zwei Nächte mein Bett damit geteilt, um ganz sicher zu sein.

Heute hat mein Exmann die Kinder übers Wochenende abgeholt, so dass ich aktuell völlige Ruhe in der Wohnung genießen darf.
Eine gute Gelegenheit, um auf ein Flüstern zu horchen.

Ich krabbelte also ins Bett zu meinem Schwert und hielt die blanke Schneide nah an mein Ohr.

Nichts.

Ich kam mir ein bisschen so vor wie Thulsa Doom auf der Suche nach dem Geheimnis des Stahls.
Aber ich lauschte weiter.

Nichts.

Ich nahm es in beide Hände und schaute es lange an.
Es war ein kaltes Stück schweigsamen Eisens.

Und dann schaute und horchte ich mit geschlossenen Augen tief in das Schwert hinein, um dort weiter zu suchen.
Aber ich fand nichts.
Keine Farbe. Keine Schwingung. Keine Seele.

Es war so tot wie alle Dinge, die nie geliebt worden waren.

Ich legte es beiseite und begann zu überlegen, was ich tun könnte.
Mir kam gleich der Gedanke einer Energetisierung mit Hilfe der Elemente.
Allerdings kann man ein Schwert keine 2 Stunden in fließendes Gewässer legen oder 24 Stunden am Körper tragen oder eine Nacht lang unbewacht in Vollmondlicht baden.
Insbesondere in meinem geschwächten Zustand, wäre es keine kluge Idee nicht vorhandene Kräfte zu mobilisieren.

Wäre ich wenigstens ein erfahrener Schwertkämpfer, könnte ich dem Schwert durch sinngemäße Arbeit meine Fähigkeiten einverleiben.
Oder wäre ich ein Schmied, hätte ich es mit der nötigen Kunstfertigkeit aufwerten können, um den Grundstein einer Seele zu legen.
Jede Art von Arbeit, die mit Herzblut geschieht, lässt unsichtbare Funken sprühen, die dem Objekt der Konzentration Seele einverleiben, oder diese - wenn bereits vorhanden - wachsen lassen können.
Manchmal reicht es bereits mit den Gedanken am rechten Fleck sein, um kleine Fünkchen zu senden.
Aber manchmal ist gerade das ein Ding der Unmöglichkeit.
Gerade heutzutage im Zeitalter der Reizüberflutung, ist es wirklich schwer geworden, seinen Geist von allem Überfluss zu reinigen, um sich einem ernstgemeinten Zauber zu widmen.

Tja und ich?
Ich will ehrlich sein. Es gibt bessere Hexen als mich.
Eine probate Hexe weiß, wie sie channelt oder den magischen Fluss lenkt.
Ich dagegen bin in Wahrheit nie mehr als ein Medium gewesen, welches ohne viel Ahnung mehr oder weniger dann und wann vom magischen Fluss überrascht wurde.
Es ist nicht direkt so, dass ich das steuern könnte. Aber ich kann spüren, wenn die Kraft kommt. Und ich kann sehen, was sie bewirkt.
Seit ich die Ansuz-Rune trage hat sich das sogar verstärkt.

Um also ein Ritual für mein Schwert abzuhalten, musste ich erst in der richtigen Verfassung sein.

Ich wusch mir Gesicht und Hände, machte es mir bequem und schaltete alle Geräuschquellen aus.
Dann hab ich mich über mein Handy mit einer sehr erfahrenen Hexe online verbunden und hab mit ihrer Hilfe eine Reinigung durchgeführt, um mich bereit zu machen und mein inneres Licht zum Glühen zu bringen.
Die Reinigung hat sehr lange gedauert. Fast eine halbe Stunde.
Aber das war nötig.
Zuerst musste ich zur Ruhe kommen und alle Gedanken abschalten.
Dann wurde meditiert.
Ich tauchte tief in mich und formte meine Seele zu einer Sonne. Und mit Hilfe der anderen Hexe habe ich meine Sonne ausgedehnt und jeden Winkel meiner Hülle mit Wärme, Licht und Liebe gefüllt. Es wurden die Naturgeister und meine persönlichen Schutzengel dazu gerufen, um mich auf allenen Ebenen zu reinigen und zu erden.
Es war ein sehr langer Vorgang.
Mein Licht wurde zu einem Kristall gebündelt. Und ich spürte, wie ich mehr und mehr zur ruhigen Mitte wurde, während meine Umwelt wie ein schmutziger Wirbelsturm um mich tobte. Ich hielt mich an meinem leuchtenden Kristall fest und hielt dem Drehschwindel stand. Der schmutziggraue Sturm konnte in meinen magischen Lichtkreis nicht eindringen. Ich sah ihn zwar, aber er war wie auf Tonstop und verlor dadurch alle Schrecken und jede Bedeutung.
Ich fühlte, wie sich der dunkle Sturm  langsam nach oben hob und wie goldenes Licht darunter zum Vorschein kam. Der Schwindel ließ nach.
Meine Haut wärmte sich, als würde ich wirklich gerade draußen in der Sonne sitzen.
Ich öffnete all meine Kanäle und erlaubte der geistigen Welt durch mich zu wirken und meine Hülle zu reinigen von all dem Chaos und all den Dämonen, die meine Gedanken und meine Gesundheit lange genug beeinträchtigt hatten.
Ich spürte, wie die Energien in mehreren Stufen übertragen wurden. Und jede Stufe brachte meinem Körper an anderer Stelle eine Gänsehaut.
Zum Schluss wurden die hinzugewonnenen Energien in mir verankert. Auch das brauchte seine Zeit. Aber es geschah wie von selbst und ich musste nicht viel dazu beitragen, außer meine Aura des Friedens und der Stärke und des inneren Gleichgewichts aufrecht zu erhalten.
Während der Reinigung fühlte ich mich sehr leicht und ein bisschen schläfrig.
Die Versenkung war gelungen. Ich hatte in dieser Phase keine Schmerzen mehr in den Gelenken und sogar die doofe Erkältung war eine Zeitlang gedämmt worden.
Ich konnte tief und frei atmen und ich fühlte überall wohlige Gänsehaut, die mir angenehme Gefühle spendete.

Ich weiß, dass diese Form der Reinigung nicht allzu lange anhält.
Aber es ist gut, solche Übungen vor jedem Ritual zu machen.
Sie helfen, die Magie fließen zu lassen.
Es gibt viele Tricks für Anfänger-Hexen, um Magie in die eigene Hülle strömen zu lassen. Ein wirksames Mittel ist eben diese Reinigung und Energetisierung.
Eine andere Methode ist Nacktheit. Je weniger Kleidung den Kontakt zur Natur hemmt, desto müheloser kann man die benötigte Energie aufnehmen. (Nackt im Mondschein baden. Barfuß auf Erde laufen. Sich mit bloßen Geschlecht auf einen Stein setzen. Nackt ums Feuer tanzen. etc.)
Sinnvoll ist auch eine entsprechende Räucherung, um schlechte Einflüsse und ungute Kräfte abzuwehren.

Nachdem ich also gereinigt war brachte ich schnell alles raus in den Garten, was ich für meine Zwecke benötigte.
Ich zog die Socken aus und stellte mich in die Wiese.
Ich hatte Glück.
Während meiner Mediation war die Wolkendecke aufgebrochen und so schien die Sonne gerade lang genug, um mein Ritual zu vollführen.
Ich weihte mit dem Thorshammer den Ort, bat um Schutz und zündete ein Räucherstäbchen an. Dann zog ich mein Schwert aus der Scheide und legte es vor mich ins Gras.
Ich schloss noch einmal die Augen, um Kontakt aufzunehmen.
Als ich sicher war, dass die Voraussetzungen für das Ritual stimmten nahm ich ein langes Streichholz und zündete es an.
Ich fuhr mit der Flamme einmal die Klinge hinauf und wieder hinunter.
Dann spritzte ich drei Tropfen warmes Wasser auf den Stahl.
Zum Dritten nahm ich feuchte Erde, zerrieb sie zwischen den Fingern und malte eine Tiwaz auf die Spitze und auf meine Stirn.
So sollten wir im Kampf mit unseren Gedanken vereint sein.
Als ich das Schwert nun in beide Hände nahm und anhob, war der Stahl sehr warm.
So warm wie jedes Ding, das von der Sonne geküsst wurde.
So saß ich eine Weile und hielt mein Schwert in den duftenden Rauch.

Und ich sprach.
"Verzeih mir, dass ich enttäuscht von dir war. Dazu hatte ich kein Recht. Du bist genauso neu geboren wie ich. Keiner kann dem anderen etwas beibringen. Aber wenn du bei mir bleibst, dann verspreche ich dir, dass wir alles gemeinsam lernen."
Ich wischte die Klinge mit einem Tuch sauber und rieb auch die Erde von meiner Stirn.
Dann presste ich meine Stirn gegen das Metall und sendete Gedanken und Bilder und Farben und Lichter und was mir sonst noch einfiel.
Dann opferte ich einen Schluck Met für die Götter und räumte auf.
Spaßeshalber ließ ich das Schwert noch ein paar Achten tanzen, ehe ich es zurück die Scheide schob.
Und meine Schulter hat diesmal nicht weh getan, obwohl sie sich hin und wieder ein kleines Stück ausrenkt und knirschend wieder zurück springt.
Selber schuld.
Ich hätte schon viel früher mit dem Training beginnen sollen.
Die Idee war mir nur nie in den Sinn gekommen.

Dabei ist es so schlüssig!
Wer um jemanden kämpfen will, sollte vielleicht erst mal kämpfen lernen...

Und wer weiß? Vielleicht schaffe ich es ja noch in diesem Leben, Brander zu einem Duell herauszufordern? Und dem Sieger soll ein Wunsch gewährt werden.

Tja, das klingt ja alles so schön kitschig romantisch, aber leider auch verflixt schwierig.
Selbst mit dem Beistand aller Götter bräuchte es schon ein Wunder, wenn ich gegen jahrzentelange Kampferfahrung bestehen will.

Erfreulicherweise habe ich neue Lehrer ausfindig gemacht, die mich ebenfalls unterrichten würden.
Einer ist bei Gießen und wurde mir gestern von einem Bekannten auf Facebook empfohlen.
Er gibt jeden Montag Unterricht in einer Wiki-Gruppe und ich dürfte gerne mitmachen, wenn ich wollte.

Klingt gut.

Jetzt hab ich so viele Lehrer, dass es egal ist, wenn einer oder mehrere mal keine Zeit haben.

Ich muss jetzt nur noch gesund werden.

*hust* *hust*


5.9.20 18:47, kommentieren

Alles ist so mäh

 

 

Seit Montag hatte ich mäßige Nacken- und Schulterschmerzen. Schuld war das gedehnte Schwert-Training und die damit einhergehende Überbeanspruchung.

Gerade als es besser wurde, kam ein großes DHL-Paket mit meinem neuen Schwert.

Es ist ein bisschen schwerer als erwartet, aber ich wollte es trotzdem sofort ausprobieren.

Nun bin ich vollends Matsch und mäh.

Heute morgen konnte ich den Kopf nicht drehen oder den rechten Arm bewegen.

Die Schmerzpunkte sind sowohl tief im Schultergelenk als auch zwischen den Halswirbeln.

Hinzu kommt eine derbe Verspannung dazwischen und ein bisschen Muskelkater.

Nach einer IBU400 konnte ich wenigstens Auto fahren.

 

Ich hoffe, das wird mit der Zeit.

 

 

Und da ist noch etwas:

 

Sternchens Schulfreundin war 14 Tage „krank“ und ich musste ihr täglich die Arbeitsblätter bringen.

Die Mutter hat mit keinem Wort erwähnt, dass das Kind wegen Verdacht auf Corona in Quarantäne ist.

Und so hatte ich 14 Tage lang Kontakt…

 

Gestern fing bei mir die Erkältung an.

In der Nacht hatte ich dann meinen Spaß mit ich weiß nicht wie vielen Taschentüchern!

Heute morgen dann Halsweh und das ganze Programm.

Honigdachs genauso. Sie muss wegen Fieber daheim bleiben.

 

Ich werde das Teammeeting morgen bei der SCA absagen.

Wir wollten die Lagerveranstaltung auf Burg Lisberg am 19.09. besprechen.

 

Ich werde auch gleich die Party am Samstag bei Guismo canceln.

Ich wollte sowieso nicht dort hin. Nicht wegen Guismo oder seiner Frau, sondern wegen meinem Schwertbruder, der mit mir dort übernachten will.

Ich hab jetzt nicht die Nervenstärke für ein verletzendes Gespräch.

Mir geht’s einfach zu mäh.

 

 

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten:

Ich hatte gestern wieder sehr schöne Sprachmitteilungen von Brander. Mit Gänsehautfeeling.

Seine Stimme ist einfach der Wahnsinn.

 

Ich könnte sie mir Tag und Nacht anhören, wenn ich nicht so viel anderes zu tun hätte.

 

 

Jaaaaa, ich hab mir mein Leben gut vollgestopft.

 

3.9.20 11:16, kommentieren

Was klagt was lobt man doch?

 


…sein Unglück und sein Glück…..ist sich ein jeder selbst….

 

 

 

Ich habe Brander Unrecht getan.

Seine Zurückhaltung gründete weder in Verachtung noch erzieherischen Maßnahmen.

Er war schlicht und ergreifend indisponiert.

Tatsächlich waren er und seine Sippe übers Wochenende in einem Mittelalterlager und das hat seine Zeit in Anspruch genommen.

Ich kenne das mittlerweile auch.

Wenn sich schon mal die Gelegenheit bietet sein Leben auf angenehme Weise zu entschleunigen, lässt man das Handy in der Tasche. Das gilt ganz besonders, wenn man gute Freunde um sich hat und nebenbei auch Handarbeiten fertig kriegen oder Fightpractice machen will.

 

Gestern hat er sich aber extra Zeit für ein relativ ausführliches Gespräch genommen.

Ich hab jetzt so eine ungefähre Ahnung wonach ich suchen muss, was Rüstzeug angeht.

Die Schwierigkeit besteht für mich leider darin, dass 99 % aller Helme viel zu groß für mich sind.

Ich muss ja schon froh sein, wenn ich einen unter 60 cm Umfang finde….

 

Aber ich will nicht mit Details langweilen.

 

Ich bin froh, dass Brander sein Fenster für mich und meine Fragen offen hält. Er ist der Einzige, dem ich blind vertraue.

Außerdem ist da immernoch das starke Band, das mich mit ihm verbindet und gegen das ich machtlos bin.

Das einzige was ich für ihn tun kann, ist ihn so gut ich es vermag in Frieden zu lassen und seine Hilfe nur in dringenden Fällen in Anspruch zu nehmen.

Andernfalls wird er sich bald ausgenutzt fühlen und das will ich nicht. Eigentlich will ich noch viel mehr für ihn tun. Ich würde ihn gerne auch irgendwie unterstützen und ihm Ratschläge geben. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass ich ihm mit Handarbeiten und Kräuterkunde nützlich sein könnte.

 

So oder so gilt es nichts zu überstürzen.

Meine Transformation ist noch nicht ganz abgeschlossen und ich bin unmöglich schon stark genug, um einen neuen Anlauf gegen die schwarze Festung zu starten.

 

Allerdings haben die Runen mir einen günstigen Ausgang meiner Bemühungen vorhergesagt.

In nicht allzu ferner Zukunft tritt „Jera“ ein. Der Jahreskreislauf, bzw. die Ernte eines solchen. Die Früchte harter Arbeit.

 

Wie auch immer das gemeint ist, es kann nur etwas gutes heißen.

 

 

Bis dahin will ich weiter tapfer sein und mir Mühe geben, um meinen Wert zu steigern.

 

 

Anmut, die dem Geiste eigen

soll in Werk und Wort sich zeigen.

Nicht von außen, nur von innen,

ist die Anmut zu gewinnen.

1.9.20 10:23, kommentieren

Es schläft ein Lied in all den Dingen…

 

 

…die da träumen fort und fort.

Und die Welt hebt an zu singen

triffst du nur das Zauberwort.

 

 

 

Wie beeindruckt man Götter, wenn man nicht einmal Menschen beeindrucken kann?

 

 

Man probiert sich so lange in allen Dingen - und vor allem in schwierigen Dingen – bis man den richtigen Schlüssel … das Zauberwort … gefunden hat.

 

 

Ich habe Brander angeschrieben und ihn etwas sehr wichtiges gefragt.

Ich hatte in den Tagen zuvor bereits freundlichen Kontakt zu ihm versucht und war sicher, dass ich mich auf ihn verlassen könnte.

Tatsächlich aber hat er erst nach 6 Stunden nur eine ziemlich verwaschene und unbefriedigende Antwort gegeben.

Es ging um einen Wikinger-Brillenhelm, 10. Jhd. mit Gesichtsbrünne und 300,- €, die ich dafür hinlegen müsste.

Das ist für mich viel Geld und das will gut überlegt sein.

Der Einzige, der mir hierbei eine hilfreiche und nützliche Unterstützung hätte sein können, ist leider zu sehr darauf erpicht mir zu beweisen, wie egal ich ihm bin.

Ich kann ein solches Verhalten beim besten Willen nicht verstehen.

Wenn ich bedenke, wie oft ich diversen Ex-Partnern geholfen habe, komme ich zu dem Schluss, dass ich entweder zu nett bin, oder Typen wie Brander zu egoistisch.

Ein anderer Gedanke wäre, dass Brander immernoch Gefühle für mich hegt und deshalb übertrieben unfreundlich ist, um jedem Risiko auszuweichen.

 

Ja, ich gebe zu, ich habe versucht ihn zu beeindrucken.

 

Ich habe versucht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

 

Seit der Trennung habe ich für ihn drei Dinge vollbracht, die nur die wenigsten schaffen: ich habe meine Schuld verbüßt, ich habe aus meinen Fehlern gelernt und ich habe mich verändert.

 

Aber was hat er in der ganzen Zeit getan?

Nur sich selbst bemitleidet und seinen Hass gepflegt.

 

Und zum ersten mal wünsche ich mir, ich könnte die Prägung ungeschehen machen und mich von ihm gänzlich loseisen.

 

Für dahin bleibt mir nur, mich den Göttern gut zu stellen, damit sie mich zu glücklichen Gefilden lotsen.

 

Ich denke, ich bin schon auf dem richtigen Weg.

 

Gestern war Training bei den Chatten.

Ich hatte meine erste Lehrstunde in Codex Belli und ich war gar nicht mal schlecht.

Tatsächlich war ich sogar die beste, obwohl alle anderen Teilnehmer Männer waren.

Ich habe am längsten durchgehalten und die Bewegungen am besten ausgeführt. Obwohl mich jetzt sicherlich einige dafür hassen, bin ich total stolz auf mich.

Alwin, der Anführer, zuckte nur die Schultern und meinte, er hätte seit Jahren kein Larp mehr gemacht und er sei den Schwertkampf einfach nicht mehr gewöhnt.

Obwohl ich meine komplette Rüstung dabei hatte habe ich tatsächlich nur den Gambeson und die Handschuhe gebraucht.

Wir haben ohne Helm und Schild geübt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Auf jedenfall war es schöner und lehrreicher als bei der SCA.

 

 

 

Hinterher war ich mit meinem Trainingspartner und seinem Kumpel noch beim Keltengrab.

Die Kinder waren auch dabei und durften sich nach Herzenslust austoben.

Es wurden viele Fotos gemacht und ich fühlte mich pudelwohl.

 

Ich mag meinen Schwertbruder sehr.

 

Natürlich weiß ich, dass er sich mehr von mir erhofft, aber daraus wird nichts.

 

Auf der einen Seite missbrauche ich Männer bestenfalls nur noch als Wegwerfartikel und dafür ist er mir zu schade (ernsthaft, er ist ein guter Mann und verdient was besseres), auf der anderen Seite stößt mich sein Geruch ab.

In der Biologie ist das meist ein ernstes Zeichen, dass etwas nicht passen sollte.

 

 

Ich bin gespannt, ob ich es schaffe mit ihm befreundet zu sein, ohne ihm weh tun zu müssen.

 

 

 

 

 

 

 

31.8.20 10:59, kommentieren

Brief an die Schule meiner Tochter

Zur Vermeidung von Wiederholungen verweise ich auf nachfolgenden Wortlaut meines heutigen Schreibens...

Ich bin so sauer, das kann sich keiner vorstellen!!! 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

als Mutter der vorgenannten Schülerin bin ich in der Pflicht einen Vorfall zu melden, der sich heute auf dem Nachhauseweg meiner Tochter auf Höhe des Kindergartens „#######“ ereignet hat.

 

Ein Mitschüler meiner Tochter namens ##### verfolgt mein Kind des öfteren auf dem Heimweg und drangsaliert sie schwer.

In den letzten Tagen haben sich die Vorfälle immer weiter zugespitzt.

Heute ist es dahingehend eskaliert, dass der Junge einen Stock genommen hat, diesen in Hundekot tunkte und damit mein Kind von oben bis unten beschmierte. Kleidung und Schulranzen sind betroffen. Als sie versuchte weg zu laufen, hat er ihre Jacke aus ihren Armen gerissen und diese in den Bach geworfen.

Als Zeugin kann hier eine Angestellte aus der besagten Kita genannt werden, die den Vorfall beobachtete und meiner Tochter zur Hilfe kam.

 

Es ist nicht der erste Zwischenfall, bei dem Sternchen weinend nach Hause kommt.

Erst gestern hat ##### sie auf dem Heimweg auf Höhe der Feuerwehr in Altenhaßlau belästigt. Er öffnete ihr den Schulranzen und entwendete ihr zwei Päckchen Taschentücher. Statt sie zurück zu geben, hat er ein Tuch nach dem anderen aus den Packungen gerissen und in die Luft geworfen.

Das ist obendrein Umweltverschmutzung.

 

Auch höre ich des öfteren von gewaltsamen Handgreiflichkeiten zwischen den Kindern.

Ich rate meiner Tochter immer wieder dazu, sich zu wehren.

Leider hat das bisweilen nichts genützt.

 

Heute habe ich fernmündlich das Gespräch mit der Mutter von ###### gesucht und sie über die Vorkommnisse aufgeklärt. Ich habe ihr gesagt, dass ich das nicht länger toleriere.

Leider spricht die Frau nur gebrochen deutsch und ist auch sonst sehr verständnislos.

Ihr Sohn würde alles abstreiten und sie weiß nicht, was sie glauben soll, weil sie nicht dabei war.

Damit war das Thema für die Mutter des Jungen erledigt.

 

Da die Mutter nicht gewillt ist etwas zu unternehmen, wende ich mich an Sie.

Vielleicht wäre ein aufklärendes pädagogisches Gespräch durch die Klassenlehrerin Frau ###### möglich?

 

Da ich den Jungen schon seit seinem 5 Lebensjahr immer allein und ohne Begleitung durch den Ort streifen sowie unbeaufsichtigt auf Spielplätzen sehe, würde ich darüber hinaus eine Meldung beim Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung und Vernachlässigung in Erwägung ziehen.

Es ist ganz offensichtlich, dass den Eltern das Wohl und die Erziehung des Kindes ##### sehr egal sind!

 

 

Für eine Rückmeldung – gerne auch per E-Mail oder Telefon – wäre ich in jedemfall sehr dankbar.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Little-Big-Mom

 

 

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Und wenn das auch nicht fruchtet, werd ich mir den kleinen Pisser persönlich schnappen und zur Brust nehmen!

27.8.20 14:48, kommentieren

Ich bin so scheiße im kämpfen

 

Allmählich beschleicht mich das Gefühl, dass ich mit jeder Trainingseinheit immer schlechter werde statt besser.

 

Gestern war Fightpractice bei der SCA und ich habs total verkackt.

 

Wir trafen uns heimlich in einem nahegelegenen Waldgebiet, damit uns keiner wegen Corona-Regeln belästigt. Wir waren 5 Personen und haben bloß gemeinsam Sport gemacht. Ich denke, das ist ok.

 

Leider scheint meine Schonfrist abgelaufen zu sein, denn ich wurde ziemlich übel fertig gemacht.

Lustigerweise hat mein Gegner dafür nur mit der linken Hand gekämpft und nicht mal einen Schild getragen.

Es war unerheblich. Der Mann ist einfach zu schnell und zu wendig und weiß leider zu gut, was er tun muss.

Ich dagegen bin schon überfordert mit den 4 Attacken, die mir mittlerweile beigebracht wurden und besitze noch kein Auge für die Lücken in der Verteidigung.

 

Es gab einen Moment der tiefsten Frustration, als ich zwei mal kurz hintereinander besonders hart am Helm getroffen wurde und eine ganze Weile Tinnitus davon hatte.

 

Die Männer sagen, ich würde zu lange überlegen.

Außerdem müsste ich den Schild schneller und näher am Körper bewegen.

 

 

Als ich um Mitternacht endlich ins Bett kam, merkte ich noch nicht viel von meinem Glück. Aber heute morgen spürte ich überall Druckschmerz. Mein rechtes Handgelenk tut weh und mein linkes Ellbogengelenk auf der Innenseite.

Ich habe keine Ahnung wie das passiert ist.

 

Die nassen Männerkleider habe ich gestern nur zum trocknen aufgehängt und werde sie heute waschen müssen. Am Sonntag brauche ich sie bereits wieder für die Stunde in Codex Belli.

Ich weiß immernoch nicht genau, welchen Kampfstil ich dann verfolgen möchte.

 

Aber so wie es jetzt läuft geht’s nicht weiter.

 

Lord Aelric von der SCA will mir eine Partnerin beschaffen, die auch als Neu-Einsteiger dazu stoßen will. Vielleicht wird das dann ja besser?

 

 

Es haben sich noch einige andere Abgründe aufgetan…

So wie es aussieht, ist Aelric polyamourös und unterhält neben seiner Ehefrau noch eine feste Freundin und diverse andere Frauen.

 

Das wirft tatsächlich eine ganze Reihe Fragen bei mir auf.

Allen voran, wie ein Mann über 50 dazu imstande sein will, gleich mehrere Frauen zu …äh…unterhalten?

 

 

 

 

26.8.20 09:38, kommentieren

Drei Sippenchefs und ich

Nachdem ich dem germanischen Stammesführer Alvin meinen Wunsch kämpfen lernen zu wollen offenbart habe und meine Aufnahme bei den Chatten beinahe daran scheiterte, dass keiner dort kämpfen kann, hat er einen Lehrer engagiert, der die Truppe turnusmäßig – und damit auch mich – privat unterweist. Kommenden Sonntag ist die erste Trainingseinheit in Codex Belli und ich bin eingeladen mitzukommen.

 

Vergangenen Samstag habe ich bereits meine Fühler in zwei weitere Richtungen ausgestreckt.

Ich war zum grillen bei einer Wikinger-Sippe nördlich von Gießen verabredet.

Das ist ca. eine Stunde von hier.

Doch als ich ankam, war noch keiner da.

Dafür war die Überraschung umso größer, als ich seinen Nachbarn am Zaun traf und gleich wiedererkannte. Es waren Guismo und seine Gefährtin. Die Anführer der Freyen Lagergruppe Schlagmichtot, welche Brander und ich vergangenes Jahr in Himbach kennen gelernt hatten.

Und weil ich so allein herum stand, haben sie mich in eingeladen, mit ihnen im Garten im Schatten zu sitzen.

Ich erzählte Guismo von meinen Plänen und dass ich so gerne einen hohlgebogenen Rundschild hätte. Da führte er mich in seine Scheune und ich durfte seine fertigen Arbeiten bewundern. Er baut Rüstungen, Waffen und Schilde.

Er meinte, er könne mir gerne behilflich sein und er wollte darüber hinaus, dass ich bei seinem nächsten Lager als Heilerin mitmache. Seine Frau bewundere auf Facebook meine Hexenwerke und ich hätte ohnehin bereits in der Mittelalterszene einen guten Leumund.

Das hat mich echt mit Stolz erfüllt.

Meine größte Angst war es eigentlich, dass mein Ruf seit der Sache damals im gelben Kleid gelitten haben könnte.

Weil mein Tabak leer war, und er zur Tankstelle musste, nahm er mich im Auto mit und wir unterhielten uns während der Fahrt. Er warnte mich vor seinem Nachbarn, bei dem ich eingeladen war, und er erzählte auch, dass dieser Jarl bereits bei diversen Märkten Hausverbot hatte und gar nicht mehr lagern dürfe.

 

Später erzählte mir besagter Nachbar die Geschichten genau andersherum.^^‘

Der böse Jarl Kanaille, wie ich Mr. Hausverbot nennen will, war früher Mitglied in Guismos Truppe. Aber beide stritten sich um die Führerschaft und dann brach die Gruppe entzwei.

Jarl Kanaille zählt 45 Jahre und kämpft nur noch Vollkontakt, weil er arthrosebedingt keine längeren Kämpfe mehr austragen kann. Er hat eine 10 Jahre jüngere Frau mit roten Haaren und beide können keine Kinder bekommen.

Die Frau hat eine schlimme Leidensgeschichte hinter sich, die darin gipfelte, dass man ihr die komplette Gallenblase entfernen hatte müssen. Seitdem verträgt sie keine Weizenprodukte und tierischen Fette mehr.

Ihr Mann dagegen hatte einen Absturz mit harten chemischen Drogen gehabt und besitzt seither zu langsame Spermien.

Sie hatten ihren fruchtlosen Kinderwunsch mit der Anschaffung eines Hundes kompensieren wollen, doch dieser musste wegen Epilepsie eingeschläfert werden.

Trotzdem hatten die beiden ihre Lebensfreude beibehalten und waren aus den Schicksalsschlägen härter und stärker wieder hervor gegangen.

 

Nach ein paar Gesprächen rückte Jarl Kanaille mit einem großartigen Angebot heraus. Er möchte mich gern als seinen Knappen haben und würde mir im Gegenzug alle gemeinen Tricks in Sachen Kodex Belli beibringen, die er sich über die Jahre angeeignet hat. Training wäre zwei mal im Monat. Einmal kommt er gefahren und einmal ich. Die Kinder seien willkommen und würden darüber hinaus an seinen Kinderbögen im Bogenschießen unterwiesen werden.

Er würde mich gern in seiner Lagergruppe aufnehmen, weil er bereits viel Gutes von mir gehört hatte. Ich wäre so herrlich durchgeknallt und würde so witzige Scheiße im virtuellen Mittelaltermarkt posten. Auch gefallen ihm meine Handarbeiten. Von meiner Heilkunde brauchte ich gar nichts erwähnen.

Irgendwie erreichte mich durch die Blume auch das Angebot mit ihm und seiner Frau mal zu dritt zu „zubern“. Und seine Frau schien über den Vorschlag glücklich zu sein.

Beide sehen wirklich gut aus. Ich steh sowieso total auf rothaarige Mädels. Und er sieht auch ziemlich gut aus, obwohl er schon graue Schläfen bekommen hat.

Trotzdem habe ich mich noch nicht festgelegt.

 

 

Mir schwirrt noch der Kopf von den vielen Angeboten.

 

 

24.8.20 09:55, kommentieren

Immer wieder Kontra



In der Whats-App-Gruppe der Eltern von Sternchens Klasse geht es wieder hoch her...

Seit Tagen eschauffieren sich zwei Mütter über die Tatsache, dass die Klassenlehrerin eines der Hauptfächer - nämlich Mathematik - an eine andere Lehrerin abgegeben hat.
Dies stelle einen herben Vertrauensbruch dar und führe zu seelischem Ungleichgewicht der Kinder, blabla.
-Ich sach nix dazu-
Es sei ja extrem wichtig auf den geistigen Lernfluss der Kinder Rücksicht zu nehmen und die Bezugsperson in elementar wichtigen Fächern aufrecht zu erhalten, blabla.
-Ich bin immernoch ruhig-
Es kursiert das Gerücht, die neue Mathelehrerin sei bloß eine Quereinsteigerin und keine ausgebildete Fachkraft. Ein Ding der Unmöglichkeit! Setzt ein Schreiben an die Schulleitung auf! Sammelt Unterschriften! Petition ans Schulamt! An den Pranger mit ihr, blabla
-Ich .... nicht mehr länger stilles Mitglied:
"Leute, gebt der Dame doch bitte erst mal eine Chance! Sie wäre wohl kaum dort, wo sie jetzt ist, wenn sie für den Job nicht geeignet wäre. Wenn in den kommenden Monaten irgendwelche Defizite oder Probleme auftauchen, könnt ihr euch immernoch Sorgen machen! Bis es soweit ist, erlaube ich mir jedoch kein Urteil!"

Daraufhin war ein paar Minuten Ruhe.

Dann ging es etwas kleinlaut weiter, von wegen es solle trotzdem geklärt werden, warum eine dahergelaufene Quereinsteigerin Mathe unterrichten darf, blabla.

-Ich, kein Bock mehr-

Anderntags in der Firma wollte ich meine Chefin mit dem Sermon erbauen und erzählte ihr grob von den neuerlichen Abgründen.
Sie und ihr Mann werden hellhörig und wollen den Namen der neuen Lehrerin wissen.
Ich musste erst im Verlauf nachlesen.
Beim Aussprechen brüllten beide los vor Lachen.

Wie sich heraus stellte, ist die Quereinsteigerin keine geringere als die Cousine vom Chef. Sie hat Mathematik lange Jahre intensiv studiert und ist qualifizierter als so manche Lehrkraft. Meistens unterrichtet sie die gymnasiale Oberstufe in Gelnhausen.
Sie hätte auch eine tolle Art den Stoff gut rüber zu bringen und alle ihrer Schüler konnten stets zufrieden sein.
Auch der Sohn meiner Chefs war bei ihr und hatte schnell eine hohe Begabung in Mathematik entwickelt.

Mit diesen neuen Kenntnissen gab ich in der Whats-App-Gruppe umfassend Entwarnung und bat den Elternbeirat von weiteren Klärungsgesuchen Abstand zu nehmen.

Das Feedback allerdings war weiterhin voreingenommen und zickig. Von wegen, die Dame könne dann ja eine andere Klasse unterrichten. Es sei nicht zumutbar, wenn ein Kind in der 2. Klasse von mehr als einem Lehrer unterrichtet wird, blabla...

-Ich ... will am liebsten die Gruppe verlassen und hab nur noch Hass für die Menschheit übrig. Mache mein Handy aus und rede sehr wahrscheinlich nie wieder ein Wort mit denen-

 

Ganz ehrlich?

Nach monatelangem Homeschooling ist die Qualifikation einer Mathelehrerin euer einziges Problem???? Euer Ernst?

 

 

Neeeiiiin, ......ich bin gerne zu sehr ich.
Wenn es nur bedeutet nicht so wie IHR zu sein!!!



2 Kommentare 20.8.20 22:02, kommentieren

Endlich eine Freundin



Nachdem ich ein für allemal gelernt habe, dass Freundschaften mit Männern einfach schier unmöglich sind, habe ich mir nun ein Herz gefasst und meine Fühler wieder Richtung Damenwelt ausgestreckt.
Seit meinem Umzug habe ich hier vergeblich nach gleichgesinnten Kontakten Ausschau gehalten. Die anderen Mütter, die ich hier kennen lernen durfte, waren irgendwie nie ganz auf meiner Wellenlänge.
Nicht, dass sie unhöflich zu mir gewesen wären, aber ich passte einfach nicht wirklich in den hiesigen alteingesessenen Gutmensch-Countryclub.
Darum habe ich mich auf meine Facebook-Kontakte beschränkt, wenn ich mich mit jemandem austauschen wollte.
Nun verhält es sich so, dass ich mein Leben auf Facebook ziemlich öffentlich führe und oft und gerne Bilder und Berichte von meinen Exkursionen in die Botanik poste. Ich bin sogar in einer Heilpflanzen-Gruppe und teile auch dort meine Beiträge betreffend Wildkräuter und Hexenwerk.
Im Zuge dessen ist eine ehemalige Bekannte auf mich aufmerksam geworden, die ich noch aus früher Schulzeit kannte.
Tatsächlich bin ich als Kind ziemlich mit Scheuklappen durchs Leben gelaufen, den Blick immer gesenkt und zu schüchtern den Mund aufzumachen. Deshalb hab ich nur eine vage Erinnerung an diese Frau, die wohl in meiner Parallelklasse gewesen war.
Aber sie konnte sich überraschend gut an mich erinnern und hat mir Sachen erzählt, die mich ganz schon ins Staunen versetzt haben. Sie wusste noch ganz genau, was für einen schweren Stand ich damals als Jugendliche hatte und dass ich immer ein Außenseiter gewesen war. Auch dass sich mein Kleidungsstil von dem aller anderen erheblich unterschied.
Ich war sprachlos.
Ja, ich war anders gewesen. Aber von 15 € Taschengeld konnte ich mir nicht unbedingt die angesagtesten Klamotten oder Rucksäcke kaufen.
Ich habe einfach getragen, was mir gefiel und habe gar nicht erst versucht, mich den anderen anzupassen.
Anscheinend hat sie das schwer beeindruckt, wie egal mir die Meinung der anderen gewesen war.
Sie erzählte, dass sie selbst in ihrer Klasse auch nicht viel zu Lachen gehabt hatte, weil sie seit jeher unter einer schweren Hormonstörung leidet, wodurch sie immer ein wenig stämmig bis übergewichtig und darüber hinaus stark körperbehaart ist. Außerdem hatte sie nie ihre Periode kriegen können und ist dadurch auch kinderlos geblieben.
Sie wohnt bei ihren Eltern und bekommt von ihrer Mutter alldieweil Hilfe bei der Rasur - insb. am Rücken und überall wo sie nicht dran kommt.
Ich hörte mir ihre Leidensgeschichte an. Von den vielen Ärzten, Homöopathen, Laserbehandlungen, Akupunkturen usw usw.
Mittlerweile ist sie bei alternativen Heilpraktiken und chinesischen Kräutern angelangt.
Immernoch alles ohne Erfolg.
Und sei das nicht schon tragisch genug, mutet das Schicksal ihr obendrein auch noch sich ständig wiederholende unglückliche Liebesbeziehungen zu, in denen sie immer wieder das Opfer von Gewalt wird.
Ihr letzter Freund hatte sie vergangene Woche wieder geschlagen. Da hat sie zum ersten mal zurück geschlagen.
Sie sagt, das habe sich sehr befreiend angefühlt und sie würde sich ab jetzt nie wieder prügeln lassen!
Allerdings fürchtet sie sich nun auch vor dem nächsten Idioten, der ihre Liebe mit Gewalt beantwortet und will von Männern erst mal nichts mehr wissen.

Da sie sehr an meinen Kräuterwanderungen interessiert war, habe ich sie kurzentschlossen vergangenen Sonntag eingeladen mitzukommen.

Als wir uns trafen verstanden wir uns auf Anhieb richtig gut und wir schlenderten gutgelaunt durch die Natur.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie glücklich ich an diesem Tag war. Es war wundervoll mal wieder mit einer angenehmen Begleitung unterwegs zu sein und unbeschwert labern und lachen zu können.
Ich habe ihr alles gezeigt und erklärt was wir an Pflanzen fanden und sie war ehrlich begeistert. Sie wünschte sich ein Diktiergerät, weil sie sich die Fülle an Informationen nicht merken konnte und ich tröstete sie, dass sie mit der Zeit die wichtigsten Dinge bald verinnerlicht hätte.
Wir redeten auch über meine kaputte Ehe und was da so alles schief gelaufen war und sie war baff erstaunt, dass ich das so lange Jahre ausgehalten hatte.
Als wir ein Stück querfeldein gegangen waren kamen wir an ein kleines Wäldchen, in das kein richtiger Weg hineinführen wollte. Ringsrum standen hoch die Dornen. Aber an einer Stelle konnten wir eine Böschung hinab klettern und fanden uns auf einem schmalen Wildwechsel wieder, der durch das Wäldchen führte.
Interessante Pflanzen haben wir dort zwar nicht gefunden, dafür aber zahlreiche Knochen und Tierschädel von Wildschweinen.
Sie war geschockt und ich musste sie ein wenig beruhigen. Wir gingen weiter und kamen an einen besonderen Ort.
Der Platz war kreisrund und von sturmgebeugten Bäumen überdacht, so dass es wie eine große belaubte Höhle aussah. Da blieben wir stehen und staunten eine Weile.
Dann traten wir hinein und fanden im rückwärtigen Teil einen versteckten Hinterausgang, wo ein gewundener Pfad wieder nach oben aus dem Wald heraus ins Feld  führte. Anhand der Losung auf dem Weg, konnte ich erahnen, dass Wildschweine diesen Pfad ausgetreten hatten. Von außen war der Weg nicht mehr durch die tiefhängenden Zweige zu erkennen.
Als wir wieder in der Sonne standen, merkten wir erst, wie angenehm klimatisiert es in dem Wäldchen gewesen war.
Wir wanderten an dessen Rand entlang, bis wir zu einer Obstwiese kamen. Dort standen ganz alte Sorten heimischer Obstbäume. Die Birnen beispielsweise waren winzig klein, aber unglaublich aromatisch und zuckersüß, obwohl sie noch sehr fest waren.
Am besten war einer der großen Pflaumbäume, der die leckersten Pflaumen trug, die ich je probiert hatte.
Wir pflückten uns zwei Hände voll und setzten uns in den Schatten, um Pause zu machen.
Dort saßen wir sehr lange und gingen spannenden Themen nach.
Zum Schluss erzählte ich von Brander und dass ich eigentlich seinetwegen meinen Weg zu den Göttern gefunden habe.
Ich berichtete, wie ich die schlimmste Sünde meines Lebens auf mein Gewissen geladen hatte und wie ich verzweifelt den Kampf aufgenommen habe, um wieder positive Energien zu erlangen. Dass ich willens war meinen Selbstwert wieder herzustellen und mich um 180 Grad zu ändern.
Sie hörte aufmerksam zu und nahm mein Gesagtes sehr ernst. Auch sie glaubte an den energetischen Fluss.
Ich berichtete ihr von meinen Opfern an die Götter und wie ich meine Ängste überwand und ganz allein im Selbsterfahrungsweg die Dunkelheit durchquerte. Nachtblind. Und ohne Orientierungssinn.
Sie verstand nicht, warum ich das getan habe.
Ich erklärte, dass ich mir die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen der Götter erarbeiten wollte. Und dass ich alles daran setzen wollte meinen Fehler wieder gut zu machen.
Sie wollte wissen, ob es mir etwas gebracht hatte.
Ja, hat es. Die Götter haben mir neue Wege zum Geschenk gemacht. Nur gehen musste ich sie selber. Ich habe seit Branders Trennung sehr hart an mir gearbeitet und viel dazu gelernt und mich in allen Punkten verbessert.
Außerdem haben mich die Götter bei all meinen Abenteuern beschützt, sonst wäre ich jetzt sehr wahrscheinlich tot. Ich bin sogar überzeugt, dass meine Fortschritte ihnen gefallen, sonst würden mir die Talente sicher nicht so zufliegen.
Allein in Liebesdingen erhalten sie die Strafe aufrecht, bis ich meine Transformation abgeschlossen habe.
Aber ich mache gute Fortschritte und bleibe optimistisch.
Ich muss jetzt nur noch stärker werden.

Ich fragte sie, wie sie als Friseuse im Zuge von Corona über die Runden kommt.
Sie antwortete: schlecht. Nicht nur wegen Corona. Sie verträgt die giftigen Dämpfe der Farben nicht mehr und will jetzt ein Seminar machen, um auf Naturfarben umzusteigen.
Da sie noch bei ihren Eltern wohnt, hat sie keine größeren finanziellen Schwierigkeiten. Aber natürlich ist Geldmangel auch in diesem Fall nicht unbedingt schön.
Ich versprach ihr, dass ich ihre Stammkundin werden würde, wenn sie das mit den Naturfarben hinbekommt.

Wir standen auf und trotteten den Weg zurück, den wir gekommen waren.
Auf meiner Lieblingswiese wuchs Schafgarbe und Dost.
Den sammelten wir in Gefrierbeuteln, die ich immer dabei habe.
Ich gab ihr eine Schere für die zähen Stengel.
Ich nahm eines meiner Messer zu Hilfe.
Die Kräuter nebst entsprechender Anweisung gab ich ihr mit.
Für ihre Hormone empfahl ich außerdem Rotklee und Johanniskraut.

Als wir zurück zu den Autos gingen, meinte sie, dass der Trip durch den gruseligen Wald mit den Tierschädeln ihr bislang größtes Abenteuer darstellte. Wir lachten und ich versprach ihr gern mehr Abenteuer dieser Art.

Unsere nächste Route soll zu den Steinbrüchen gehen.

Meinen Steinbrüchen.

Zwar ist es neuerdings verboten und es gibt ein rotweißes Flatterband, seitdem ein Mann in die Schlucht gestürzt und sich den Arm gebrochen hatte, aber wenn wir uns im Zwilicht hinschleichen, wird uns sicher niemand erwischen.

hihihi

Da ich diese Frau nun als meine Freundin betrachte, will ich ihr auch einen Namen geben: Ginger.
Wie die Farbe ihrer Locken.


...


Bevor ich das Kapitel abschließe, muss ich noch einen Wermutstropfen los werden.
Gestern ging für meine Tochter Sternchen die Schule wieder los.
Auch für mich war es wieder seit zwei Wochen Urlaub mein erster Arbeitstag.
Und Honigdachs hatte um 8 Uhr einen Termin zur U8 beim Kinderarzt.
Weil das alles kollidierte, musste Poor-Angel kommten und Sternchen bei Zeiten zur Schule fahren.
Fahren deshalb, weil beim ersten Tag immer viel Material transportiert werden muss. Ein Karton voll mit Bastel- und Malsachen und vieles weitere mehr.
Da es obendrein auch stark regnete und gewitterte, war es durchaus angebracht, das Kind mit dem Auto zu fahren.
Mit Regenschirm, Schultasche und schwerem Karton 40 Minuten den Berg hinauf zu steigen ist für eine firsch gebackene Zweitklässlerin nicht zumutbar.
Lief auch alles ganz gut.
Nach der U8 brachte ich Honigdachs in die Kita und hetzte gleich weiter zur Arbeit.
Ich kam 2 Minuten zu spät... :-(
Und dann hatte ich permanent Sekundenschlaf auf der Arbeit.
Es ist zum kotzen. Da stapeln sich Akten bergeweise auf meinem Tisch und ich müsste eigentlich total unter Strom stehen, aber nach der dritten Verfahrenskostenhilfe-Rechnung war ich plötzlich so unsagbar müde.
Auch ist das Gift meiner 60 Stiche noch sehr aktiv.
Darüber hinaus habe ich meine Periode bekommen.
Ein klassischer Montag eben.

Nach der Arbeit musste ich noch allerhand einkaufen und kam ziemlich erschöpft nach Hause.
Was erwartete mich da?
Der Material-Karton meiner Tochter - mitten im Flur.
Ich bin sofort explodiert.
"Sternchen!!!", rief ich, "Warum hast du das Zeug wieder mit heim gebracht?!?!?!!"
Sie kam weinend um die Ecke und war selbst ganz fix und alle. "Die Lehrerin hat mich gezwunden alles wieder heim zu tragen und das war ganz schwer und ich musste ganz viele Pausen machen, bis ein großer Junge kam und der hat mir dann geholfen!"
Mir fiel alles aus dem Gesicht.
In diesem Moment war mir alles egal: Die Tiefkühlsachen im Einkaufskorb, die drückenden Büro-Pumps in denen ich bereits Blasen gelaufen hatte und vor allen Dingen meine gute Erziehung. Ich ließ alles fallen, schnappte mein Handy und rief in der Schule an.
Dummerweise hatte ich die Rektorin höchstselbst am Hörer, als ich los brüllte....
Ich weiß gar nicht mehr, was ich alles vom Stapel ließ.
Aber unter anderem schrie ich, dass die Lehrerin meiner Tochter an die Wand gestellt gehöre.
Und dann war der Ofen aus.
Die Rektorin unterbrach mich und meinte, dass ich so etwas über eine Lehrerin an ihrer Schule nicht sagen dürfe, weil das einem Todeskommando gleich käme und damit verstünde sie keinen Spaß!

Ich atmete tief durch aber ich konnte mich beim besten Willen nicht beruhigen.
Ich war nur noch Hass und Zorn und Blutdurst.
Wer Schikane und Schindluder an meinem Baby verübt, der entbehrt jeder Daseinsberechtigung!
Ich erklärte, dass Frau Lehrerin sich die Scheiße bei mir zu Hause selbst abholen könne und legte auf.

Dann umarmte ich mein Kind, räumte den Kühlschrank ein und ging eine Zigarette rauchen.


Jetzt bin ich am überlegen, was ich in dieser verfahrenen Situation anfangen soll.


Wahrscheinlich das gleiche wie immer...

...zu Kreuze kriechen...


-.-  Kacke

18.8.20 23:15, kommentieren

Mein Teile-Dealer hats verkackt

 


In den letzten Tagen ging es mir sehr schlecht.

Ich hatte über 60 Stiche von einem scheiße giftigen Insekt und jeder Stich bekam eine rote Wanderröte in Form einer Wolke.
Zuerst war ich in der Apotheke und habe mir ein Antiallergikum geholt.
Davon wurde ich ziemlich müde.
Irgendwann wurde mein Zustand so schlecht, dass ich freiwillig zum Arzt geschlichen bin.
Dort wurde mir eine spezielle Salbe verschrieben, die mich 39,- € gekostet hat.
Das hat mich zumindest mal eine Nacht ruhig schlafen lassen.
Anderntags war der Juckreiz aber wieder katastrophal.

Heute ist der erste Tag, wo es mir ein kleines bisschen besser geht.
Die roten Wolken sind nun blass-rosa und das starke Schwindelgefühl hat ein bisschen nachgelassen.
Den Juckreiz hab ich unter Kontrolle gekriegt.

Kein Tag zu früh, denn mein Teile-Dealer schreibt mir beinahe täglich, dass er mich treffen möchte.
Ich versteh das selbst nicht.
Er hat seit 6 Jahren eine feste Freundin und sein Zölibat ist freiwillig.
Aaaaaaber was geht mich das an...

Na, jedenfalls habe ich mich heute zu einem zwanglosen Date breitschlagen lassen. Ich hab sogar die Kinder mitgenommen.
Zuerst waren wir Kaffee trinken in einer Eisdeale in Erlensee. Die Kinder bekamen natürlich ihr Eis und sie haben es fleißig zu Matsch verrührt.
Das Gespräch mit Teile-Dealer lief leider mehr als schräg.
Einer seiner ersten Sätze war, dass ihm meine Augen als erstes aufgefallen seien. Sie würden Selbstzweifel und Unsicherheit ausdrücken und er wollte analysieren, woran das läge.
Ich richtete mich in meinem Stuhl kerzengerade auf und musterte ihn sehr lange, ehe ich ihn fragte, wie er auf diese Scheiße käme.
Der Herr Professor aber ließ sich nicht beirren. Er fuhr fort, dass meine aggressive Reaktion auch nur ein Ausdruck von Unsicherheit sei. Sogar meine Art zu gestikulieren.
Und so ging das ewig weiter...

Ich unterbrach ihn irgendwann und bat ihn, schleunigst das Thema zu wechseln, wenn ihm sein Leben lieb wäre.

Ganz ehrlich. Ich bin enttäuscht.
Ich hatte mich auf Spaß und Freude am Kennenlernen neuer Freunde gefreut. Ich dachte, es würde ein lustiger Nachmittag.
Statt dessen musste ich mich 3 Stunden lang rechtfertigen, dass ich gerne so bin, wie ich bin und dass ich auf feste Beziehungen scheiße.

Wir waren unterdessen auf einen Spielplatz gegangen und saßen nebeneinander auf ner Bank, während meine Mädels sich austobten.
Neben der Analyse meiner "labilen Psyche" war jeder dritte von ihm gepsrochene Satz, dass er nicht sexuell an mir interessiert sei und seiner Freundin treu bleiben wolle.
Nach dem gefühlten hundertsten mal wäre mir beinahe die Faust ausgerutscht.
Statt dessen fasste ich mir ein Herz und erklärte ihm, dass ich mir die Männer selber aussuche und kein Interesse an ihm habe. Er solle das nicht persönlich nehmen, aber er ist mir selbst als Kumpel schon zu kompliziert und zu anstrengend und das kann ich im Augenblick kaum gebrauchen.
Zum Thema Beziehungen erklärte ich, dass ich früher als junges Mädchen durchaus davon geträumt habe, einen Mann, ein Haus und einen Garten zu haben und zu Hause zu bleiben, Kuchen zu backen und hübsche Kleider und Rüschen-Schürzen zu tragen, während mein Mann alleinverdient. In meinem Traum war mein Mann glücklich und kam gerne nach Hause zu mir und er liebte mich und ich vergötterte ihn und war glücklich.
Aber dieser Traum war wie eine Seifenblase geplatzt.
Mein Ehemann hat mich arbeiten geschickt und mir alle Hausarbeiten allein übertragen und ich musste Geld für Miete abgeben und er ist ohne mich in Urlaub gefahren und er war nie für mich da und Sex hatten wir auch keinen. Die Kinder musste ich alleine versorgen und meine einzigen freien Minuten hatte ich abends, wenn ich mich im Bad eingeschlossen und geweint habe.

10 Jahre lang.

Danke.

Das hat gereicht.

Und sei das nicht schon schlimm genug, musste ich mich (vielleicht zum ersten und einzigen mal in meinem Leben) richtig verlieben und daran fast zerbrechen, weil Brander zwar ein guter Mann aber ein beschissener Gefährte gewesen war und mich eigentlich nie gebraucht hatte.
Und wenn die Götter nicht andere Pläne für mich gehabt hätten, dann wäre mein Wunsch nach Ruhe in Frieden auch in Erfüllung gegangen!

Tatsache bleibt:
Ich will nie wieder einen Mann.

Ich konnte Teiler-Dealer nicht anblicken. Aber ich sagte ihm, dass ich nun selbst der Mann im Haus sei und dass ich mir meine hart umkämpfte Freiheit nie wieder nehmen lassen würde.

Ich wechsel meine Reifen selber, ich reinige die Abflüsse selber und ich baue und schraube alles was es sonst zu tun gibt.
Ich lerne jetzt sogar kämpfen.

Und wenn ich dann und wann f#cken will, dann tu ich das und schicke den Lappen anschließend wieder in die Wüste.
Ich sagte ihm, dass ich aktuell mit diversen Männern und sogar mit einer Frau in Kontakt stehe und es GENIEßE!!!!!!

Ich sagte ihm auch, dass ich als Jugendliche von meinem Vater über lange Zeit hinweg immer wieder missbraucht worden und daraufhin eine Ewigkeit in Therapie gewesen war und dass meine Sexualität vielleicht deshalb ein bisschen absonderlich geraten, dafür aber einzigartig ist.
Das bin nun mal ich.
Und ich muss durch keine beschissene Schablone passen, um den gesellschaftlichen Konventionen gerecht zu werden.

Und der einzige Ort, an dem ich vielleicht noch "unsicher" oder "schwach" oder einfach nur "Frau" sein will, ist im Bett.
Im Bett und sonst nirgends.


...

Ganz ehrlich, Leute?
So selten, wie ich einen Mann finde, dem ich vertrauen will und der bereit ist mit mir ungehemmt die Wonnen zu teilen, muss ich echt verdammt lange Haltung wahren und meine Maske aufrecht erhalten.
Seit Halfdan war es mir nicht möglich, diese Hüllen abzustreifen.

Letzte Nacht war ich so frustriert, dass ich wieder Heulkrämpfe hatte und schließlich eine hohe Dosis Waldmeister rauchen musste, um mich zu beruhigen.

Meine Götter.
So hart kann ich gar nicht werden, dass ich dieses Leben ein ganzes Leben lang ertrage.


Warum wird mir nur dieses letzte bisschen Glück, dass ich mir noch erhoffe, so vehement versagt?

Ich weiß es nicht.

 

 

Nur ein einziges Echo hallt immer wieder wie die Antwort auf alle Fragen durch meine geschundenen Hirnwindungen:

Ich bin zu sehr ich.

 

 

 

 

13.8.20 22:05, kommentieren

Die Chatten


kurz vorweg:
Nachdem Halfdan sein T-Shirt zurück bekommen hatte, hat er die Tasche vom Ritterladen und die von mir nadelgebundene Mütze weg geworfen.
Das war das letzte mal, dass ich für einen Mann eine Handarbeit gefertigt habe.


...

Die vergangenen drei Tage, Freitag, Samstag, Sonntag, habe ich als Lager-Gast beim Stamm der Chatten (es wird "Katten" ausgesprochen) verbracht.
Es ist keine Sipppe, sondern ein Stamm und es gibt keinen Jarl sondern eine faire Demokratie, bei der alle gemeinsam betimmen.
Wenn es einen Anführer gäbe, so wäre es wohl Alvin, dem das Equipment und das Grundstück gehören und der die ganze Planung und Organisation übernimmt.
Er und seine Gefährtin sind sehr nett und auch die übrigen Mitglieder gefallen mir. Die Athmosphäre ist ziemlich locker und es wird viel Spaß gemacht.
Trotzdem ist die ganze Angelegenheit dort vom nötigen Ernst geprägt, wenn es um die Götter geht.
Anders als bei Branders Sippe wurde ich dort in alles mit einbezogen und mir wurde viel erklärt und erzählt. Ich war kein Außenseiter.
Mir wurde sogar die hohe Ehre zuteil, bei einer der heiligsten Zeremonien, einem sogenannten Blót mitzumachen.
Dafür gingen wir zu einem eigens für solche Begebenheiten auserwählten besonderen Ort, wo ein Feuer entzündet und der Platz geweiht wurde.
Für die Weihung wurden die Götter angerufen und eingeladen und Alvins Gefährtin hat den Kreis mit Räucherkräutern gereinigt.
Es folgte eine Reihe "Gebete" die sich sowohl auf die Edda als auch auf die aktuelle Situation in Midgard beziehen.
Sodann wurde ein Horn voller Met reihum gegeben und jeder trank einen Schluck und durfte einen Wunsch oder einen Dank aussprechen, ehe er den Asen und den Vanen Heil aussprach und das Horn weiterreichte.
Ich habe den Göttern gedankt für all die positiven Veränderungen, die sie bewirken und für alles was ich lernen durfte.
Zuletzt wurde das Horn gen Norden gewandt und über den immergrünen Zweig einer Eibe geleert, als Opfer für die Götter.
Es heißt, dass der Weltenbaum Yggdrasil in Wahrheit eine Eibe und keine Esche sei. Ein Übersetzungsfehler in den Überlieferungen sei Schuld an dem Missverständnis.
Es wurden auch meine Haferkekse geopfert, um den Kleinsten zu danken, dass wir den Platz nutzen durften, den sie beschützen.
Damit werden wohl Erdgeister, Disen, Alben, Zwerge oder Naturgeister gemeint gewesen sein.
Zuletzt wurden auch alle Götter wieder bedankt und verabschiedet.

Ich will hier keine weiteren Zitate oder nähere Beschreibungen einfügen, weil sich das irgendwie nicht gehört.

Was bei einem Blót genau passiert soll nicht weitere Dokumentiert werden.

Allerdings könnt ihr mir glauben, dass sich nicht nur die Stimmung nach Anrufung der Götter änderte.
Er änderte einfach alles.
Vor allem den Blick. Mir kam es plötzlich sehr viel dunkler vor. Als würde der Schein des Feuers von Schatten gedämpft.

Ich bin in mich gegangen.

Lange Zeit habe ich Thor nicht unbedingt als einen meiner Lieblings-Götter angesehen. Er ist mir den Männern zu ähnlich, die immer zu stark für mich waren.
Tatsächlich aber suche ich mir immer wieder starke Männer aus, weil sie mich magisch anziehen.
Es ist eine Stärke - eine Kraft - welche die  oberflächliche Wahrnehmung ausschließt. Es ist das gewisse "Etwas", für das viele Menschen keine Erklärung finden. Lange glaubte ich, es sei eine durch Lebenserfahrung gewonnene Souveränität gepaart mit einem in die Wiege gelegtem Charisma.
Heute denke ich, dass jene besonderen Männer mit dem gewissen "Etwas" sich durch ihre Taten die Gunst der Götter verdient gemacht haben.
Und die Männer, auf die ich immer wieder anspringe, sind ausnahmslos Lieblinge Thors.
Es sind die Männer unter den Männern.

Brander war so ein Mann.

Und als ich Alvin erblickte, konnte ich auch bei ihm diese besondere Form der Attraktivität sehen, welche seine 49 Jahre und jede andere Äußerlichkeit vergessen machten.

Halfdan war nie ein solches Medium gewesen.
Er war eine schöne Hülle mit einem schwachen Geist. Ein goldener Kelch mit einem sauren Wein.

Und mir wurde klar, dass meine Bewunderung, mein Respekt und meine Ehrerbietung - ja, sogar meine Liebe - in Wahrheit einem Gott gebührten, den ich in meinem Gebeten immer beflissentlich ausschloss, weil ich seinen Jähzorn und seinen Hass gegen Hexen nicht verstand.
Und dennoch...
Seine Kraft ist es, die mein Herz höher schlagen lässt.
Seine Kraft, die einen Mann mit der Faust auf den Tisch schlagen lässt; die ihm Durchsetzungsvermögen und oft auch körperliche Stärke angedeihen lässt. Ihn für alle sichtbar zum Anführer macht.
Der Inbegriff seines Egos.

Solche Männer wissen zu überzeugen.
Es sind keine Machos. Keine Poser.

Sie sind authentisch.

Und Alvins Gefährtin darf sich glücklich schätzen einen solchen Mann an ihrer Seite zu wissen.
Da sie selbst kein schwacher Charakter ist, harmonisieren die beiden ganz gut und zeigen ihre Zuneigung für einander gern und ungehemmt.
Ich würde ein solches Bündnis niemals gefährden, das ist klar.
Aber ich stelle mir gern vor, dass es ein Segen für jede Frau sein muss, wenn er sich hart in ihr Becken drängt und ihr in einem beinahe heiligen Akt etwas von sich gibt, um ihren Schoß zu weihen.

So ähnlich hat es sich bei Brander angefühlt.
Es war göttlich.

...

Über meinen Ausflug bei den Chatten gäbe es noch eine Reihe mehr zu berichten.
Meine Kinder hatten wohl ihren größten Spaß im Swimmingpool und bei Nägel ins Holz klopfen.
Wir Erwachsenen haben das Nagelspiel ohne Hammer gepsielt. Dafür mit der scharfen Seite einer Axt.
Das war lustig.

Am letzten Tag hat einer der Männer sich seine Rüstung angelegt, damit die Kinder ihm mit Holzschwertern, Äxten und Pfeil und Bogen nach Herzenslust maltretieren konnten.
Armer Kerl. Da stand er in schwarzem Gambeson, dem 15 Kilo Kettenhemd, Polsterhaube, Brillenhelm, wollener Thorsberghose, Wadenwickeln und Stiefeln bei 35 Grad in der Sonne und wurde von der johlenden Meute gehackstückt.
Sogar Alvin schoss ein paar Larp-Pfeile auf ihn.
Ich musste unweigerlich an Balder denken und hielt besorgt nach einer Mistel Ausschau.^^
Dieser Mann mochte zwar rein äußerlich nicht unbedingt mein Typ sein, aber ich steh wahnsinnig, auf Männer, die mit Ihren Taten zu beeindrucken wissen.
Früher oder später fallen solche Männer auch den Göttern ins Auge.
Ganz ähnlich ist auch meine Ambition: Ich hoffe, dass meine Leistungen und meine Bemühungen eines Tages dazu führen, dass die Götter mich lieben.

Als das Spielchen auf der Wiese vorbei war und die Kinder mit Siegesgeschrei und Durst zurück ins Lager stürmten, half ich dem Mann aus seiner Rüstung.
Bei der Gelegenheit habe ich ihm auch gesagt, was für eine tolle Aktion das gewesen war. Wir kamen ins Gespräch und im Zuge dessen wollte ich wissen, ob er mich tags zuvor beim Nagel-Spiel mit der Axt gewinnen hatte lassen. Er wollte es nicht gern zugeben, aber er hatte absichtlich ein paar mal daneben geschlagen.

Wir haben Nummern getauscht und bleiben seither freundlich in Kontakt.
Er will mir evtl. helfen in eine bessere Schwertkampfausbildung einzusteigen. Er kennt zufällig einen guten Lehrmeister von der Ronneburg. Dort könnte ich die gängigen Kampfstile erlernen.

...

Am Tag der Abreise ging es mir nicht gut.
Die Hitze und der stressige Abbau haben mich ziemlich fertig gemacht.
Außerdem war ich in der Nacht übel zerstochen worden von irgendwelchem üblen Ungeziefer. Ich musste deswegen sogar in die Apotheke, weil die Stiche oder Bisse ziemlich heftig sind.
Fünzig Stück habe ich gezählt. Sie jucken sehr viel schlimmer als Mückenstiche und haben allesamt eine rote Wolke um den Einstich herum.
Vielleicht sind es Kriebelmückenstiche, vielleicht aber auch Windpocken.
Die Kinder haben nichts abgekriegt.

...

Nachdem das ganze Spektakel überstanden war, habe ich meinen gewöhnlichen Facebookpost dazu verfasst.
Einmal auf meinem Profil und einmal im Virtuellen Mittelaltermarkt.
Kaum eine Viertelstunde später hatte ich mehrere Sprachnachrichten von Alvin, dass ich das bitte sofort wieder löschen soll.
Er will nicht, dass sein Grundstück mit der Halle veröffentlicht wird, weil bereits zwei mal versucht wurde, bei ihm einzubrechen.
Ich weiß zwar nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat, aber ich hab den Post aus der Gruppe entfernt.
Die Posts auf meinem Profil allerdings habe ich lediglich dahingehend verändert, dass er sie nicht mehr sehen kann. Die Fotos sind nun nur noch für Freunde sichtbar, außer eben jenen, die diesem Stamm angehören.
Was keiner weiß, macht keinen heiß.
Ätschi.

Wie ich das liebe, wenn Leute meine Freiheiten beschneiden müssen....

Will ich wirklich darum bitten, Mitglied eines Stammes zu werden, wo ich nicht mal mein soziales Umfeld an meinem Leben teilhaben lassen darf?

Ich weiß es nicht.

Das kommt dann wohl auf meine Prioritäten an.

Außerdem habe ich das nicht zu entscheiden.




11.8.20 00:47, kommentieren

Der Gang nach Canossa



Mein grottenschlechter Sinn für Humor ist legendär.

Wenn alle betreten schweigen, während ich lachend vom Stuhl falle ist das kein Einzelfall.
Nicht selten führen meine dummen Sprüche zu regelrechten Aufständen unter sogenannten Gutmenschen.

Da hatte ich doch vor einigen Wochen einen dämlichen Witz auf Facebook abgelassen.
Von wegen: Zelten macht Spaß, außer es kommt Anders! (Mit einem Bild von Anders Breivik, der in Schweden ein Zeltlager zusammengeschossen hatte...)
Schwärzester Humor, hihihi

Allerdings mit bösen Folgen für mich.

Um es kurz zu machen: Die Baronie von Meadowmarsh ist empört, dass ich es gewagt habe auf meinem eigenen Profil einen derart derben Spaß mit einem so ernsten Thema zu treiben. Und auch die anderen Edelleute sind aufs schärfste brüskiert von meinem schändlichen Benehmen.
Lord Aelric wurde vorgeschickt, mich darauf hinzuweisen, dass ich mir einen Fehler erlaubt hätte, der kaum wieder gut zu machen sei.
Ich wurde gehalten mich offiziell bei der Baronie zu entschuldigen.
Wie es der Zufall will, war der Sohn der Baronesse nämlich exakt eine Woche vor dem Vorfall in eben jenem Zeltlager gewesen. Darin gründet sich der Aufschrei des Entsetzens und die ganze Misskredit, der ich nun ausgesetzt war.
Es war klar, dass ich zu Kreuze kriechen musste, wenn ich auf meine gratis Ausbildung und die kostenfreie Ausstaffierung von Rüstzeug nicht verzichten wollte.
Mir drohte Acht und Bann.

Bei Baron Wolf ging es recht schnell.
Da hatte ich bei der letzten Lehrstunde Gelegenheit meinen Kniefall zu machen.
Ich versprach ihm sogar, dass er beim nächsten Training einen Schlag frei hätte und er blitzte mit den Augen und fragte "Schwert, Stock oder Peitsche?"
"Oh, die Qual der Wahl...", lachte ich verlegen und er konterte: "Du meinst wohl, die Wahl der Qual!"
Und damit war der Drops gelutscht.

Gestern war es etwas unangenehmer.
Beim großen Meeting waren viele Leute versammelt und ich konnte nicht eher mit der Baronesse reden, bis sich endlich nach Abschluss eine günstige Gelegenheit bot.
Es war der Gang nach Canossa.
Ich musste durch ein Spalier aus riesenhaften Hunden staksen und um Audienz bitten.
Meine Entschuldigungen und Erklärungen kamen mir furchtbar lächerlich vor, aber ich brachte die nötige Überzeugung auf, um meinen Kopf aus der Schlinge zu bekommen.
Mir wurde offiziell vergeben, aber die Baronesse behält mich von nun an im Auge.
Auch ihr Mann, Wolf, hat sich sowohl von meiner Freundesliste als auch von meiner Freundschaft distanziert.
Mir wurde klar, dass die SCA gewisse Standarts zu erfüllen hat. Und es würde ein schlechtes Licht auf alle werfen, wenn jemand wie ich öffentlich mit taktlosen Frechheiten und schlechtem Gedankengut heraussticht.

Ich hab auf der ganzen Heimfahrt nur kopfschüttelnd gelacht.

Was ein bornierter Gutmenschen-Club!

In meinem Kopf formt sich ein beinahe intrigant zu nennender Gedankengang.
Ich werde die SCA als Sprungbrett missbrauchen.
Ich werde mir alles nehmen, was ich brauche, um in die Stahlklingen-Liga aufzusteigen.
Sollen sie mir ruhig all ihre Tricks beibringen und mich ein gutes Jahr lang ausbilden.
Dannach heißt es für mich adieu und auf nimmer wiedersehen, Freunde!

In eurem albernen Country-Club will ich nicht alt werden!

...

Heute war ich in Langenselbold bei dem Autoteile-Dealer meines Vertrauens.^^
Ich kenn den Typen schon ewig.
Letztes Jahr um die Zeit war ich wegen meinem Auspuff bei ihm. Diesmal ging es um meinen anstehenden Ölwechsel. Ich brauchte noch einen Ölfilter und einen Luftfilter.
Für 16 Euro schob er mir die Sachen übern Thresen und sprach seine Bewunderung für mein altes Vehikel aus.
Er selbst hat auch einen, der sogar noch 5 Jahre älter ist.
Ich dagegen klagte ihm mein Unglück mit den Fensterhebern. Mein scheiß Neuwagen BJ 1995 hat nämlich elektrische.... Absolut neumodischer Scheißdreck!
Wenn ich Abblendlicht an habe und auf den Fensterknopf drücke, geht das Fernlicht an.
Will ich das Beifahrerfenster öffnen, geht es nicht mehr zu und es regnet rein.
Etc.
Er hörte sich mein Unglück an und meinte dann, dass er mir vielleicht helfen kann, wenn ich ihm meine Handynummer gebe.
Boah!
So viel Freundlichkeit in dieser sonst so grauen Welt fühlte sich wie ein warmer Regen an.
Ich gab ihm meine Nummer und bedankte mich (und hätte fast die Filter auf dem Thresen liegen lassen....oh Mann. Ich mal wieder...)

Der-Mit-Zwei-Jobs-Tanzt war wegen Umgang zu Besuch und hatte derweil unsere Kinder gehütet.
Als ich heim kam, half er mir meine "neuen" Rüstungsteile anzupassen, die mir der Baron gestern abend mit gegeben hatte.
Das Metall der Knieschützer war derart hart und dick, dass ich die Lochzange leider nicht selbst bedienen konnte.
Solche Unzulänglichkeiten verbittern mich sehr. Aber das zählt nunmal zu den Dingen, die ich hinnehmen muss.
Auch die Schulterstücke aus Kunststoff ließen sich nicht so in Form bringen, wie ich mir das vorgestellt habe.
Ich dachte, ich bräuchte die Dinger nur mal eine Stunde in die Sonne zu legen und dann passend zu drücken.
Fehlanzeige.
Ich brauche einen Hochleistungsföhn oder so...
Backofen kann ich vergessen - das würde den Kunststoff komplett deformieren, wenn ich Pech habe.

Mein Exmann hat morgen die Werkstatt für mich und meinen Ölwechsel reserviert und ich soll die Schulterstücke auch gleich mitbringen. Er will da was machen.
Bin schon gespannt.
Er ist Kautschuk-/ Verbundswerkstoff-Formgeber von Beruf und kennt sich mich Plastikzeugs gut aus.

Kaum dass das alles geklärt war, ging das Theater auf meinem Handy los.
Der Teile-Dealer hat sich gemeldet.
Und nein, er ist nicht sexuell an mir interessiert.
Er lebt freiwillig seit 6 Monaten im Zölibat und führt darüber hinaus eine fragwürdige Beziehung mit einer Frau, die ihm wohl zu übergewichtig ist.
Plötzlich erhielt ich eine Freundschaftsanfrage von seinem Inkognito-Account bei Facebook und mir wurde klar, dass wir dort schon einmal mehr oder weniger unwissentlich Kontakt hatten.
Er ist mir damals schon mit seinen altklugen Sprüchen auf den Keks gegangen, dass ich den Kontakt damals habe einschlafen lassen.
Und auch diesmal fängt er an zu nerven.

Ja, er will mich kennen lernen - aber bloß nicht sexuell.
Er möchte mich als Freund haben und mit mir was unternehmen.
Alles schön und gut.
Aber sein gleichbleibender Tenor, von wegen er sei psychologisch so gut versiert, dass er in mir große Unsicherheit zu erkennen glaubt, kotzt mich an.
Ich hasse es, wenn Männer, die jünger sind als ich, mit dieser väterlichen Fürsorglichkeit ankommen und mich belehren müssen.
Von wegen, man könne in meinen großen Augen die Verletzlichkeit und die Schutzlosigkeit und eine arme geschundene Seele erblicken.
Ich sei augenscheinlich ein typisches Opfer übler Machenschaften spielender Wüstlinge (schön wärs) und müsste dringend mal geknuddelt werden ( * würg *, bitte nicht).

Jungs, Jungs! Ich mag zwar von puppenhafter Erscheinung sein, aber ich bin nicht die Porzellan-Variante.... eher die staunende....

Verschont mich gefälligst mit eurer Schonung!

Kloppt auf meinen Schild!
Stoßt in meinen Leib!
ABER LASST DIESE KACK GEFÜHLSDUSELEI!!!!   ...Das hab ich hinter mir!


Große Götter, was ist das nur wieder für eine Scheiße in die ich ständig trete?
Des därf doch alles net wahr sein... * Hände überm Kopf zusammen schlag *







5.8.20 23:49, kommentieren

Mein Schildbauer




Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht.
Da ich ausschließlich nur von seinen schlechten Eigenschaften geschrieben habe, geht es mir jetzt mit der Trennung nicht sonderlich schlecht.
Natürlich hatte Halfdan auch viele gute Eigenschaften, sonst hätte ich die Zeit mit ihm nicht so genossen. Hätte ich aber davon geschwärmt, wie schön es ist, so viel geschmust und geknuddelt zu werden, dann hätte ich mich nur wieder in zu viel Gefühl hineingesteigert und das wäre mein Ende gewesen.
So überwiegt die Erinnerung an die nervtötende Art eines typischen Schützen. (Ich bin übrigens Waage. Das wäre ohnehin nicht gut gegangen...)
Ich denke, ich werde diese Strategie für die Zukunft beibehalten.
Keine Schmerzen.
Keine Sorgen.
Es ist herrlich.

Gestern habe ich sogar einen Ausflug mit den Kindern in eine Fasanerie unternommen und richtig Spaß gehabt.

Und abends war ich sogar noch produktiv genug, um das letzte Knäuel Wolle zu verzwirnen.
Damit kann ich heute evtl. schon den Brettchenwebrahmen bespannen.
Das ist echt aufregend.

Ansonsten trainiere und übe ich täglich die Schwertkampflektionen, die es bis zur nächsten Stunde zu verinnerlichen gilt.
Morgen habe ich eine Vorladung bei Baron Wolf von Shire of Meadowmarsh. Es gibt vieles zu besprechen und außerdem soll ich mir neue Rüstungsteile aus seinem Keller aussuchen.
Lord AElric und Sir Lief werden auch da sein. Außerdem noch die anderen SCA-Mitglieder.
Es wird dann auch das nächste Thing für den Herbst abgeklärt. Angedacht ist die Burg Lißburg, wo ich im Frühjahr mit einem Kumpel eine Motorrad-Tour hin gemacht hatte.

Ich freue mich schon.


Und es gibt weitere erfreuliche Neuigkeiten:
Einer "junger" Mann Anfang 40 und ich stehen seit einiger Zeit in freundlichem Kontakt. Irgendwann hatte ich mal ein Tanzvideo in einer Facebook-Mittelalter-Gruppe gepostet und er hatte mich zum Tanz auffordern wollen und dafür sein "Schwert, Schild und Axt in die Ecke geworfen".
Das fand ich so süß, dass ich ihn seither scherzhaft meinen Verlobten nenne. (woraufhin er Schwert, Schild und Axt wieder aus der Ecke gekramt hatte) Aber gelacht hat er trotzdem.
Und der Kontakt ist seither geblieben - worüber ich sehr froh bin.
Keiner sonst kann über meinen schlechten Humor so lachen wie er.
Und auch jetzt tut er mir gut.
Einziger Nachteil ist mal wieder das alte Leid...äh Lied... von der Entfernung. Er wohnt irgendwo an der holländischen Grenze.

Heute hab ich das Gespräch mit ihm gesucht und hab mit Zettel und Stift bewaffnet mir alle Anleitung zum Schildbau durchgeben lassen.
Dazu muss ich erwähnen, dass er auf Facebook eine Reihe wahnsinns Bilder seiner Dokumentation über den Schildbau gepostet hatte.
Das Besondere an seinen Schilden - und der Grund warum er sich von allen anderen Schildbauern abhebt - liegt in der einzigartigen Wölbung seiner Schilde.
Zugegeben sie entsprechen nicht ganz meinem frühmittelalterlichem Anspruch, aber sie sind ungemein praktischer und sehen obendrein auch besser aus.
Ich sagte ihm, dass ich keinen anderen Schild als diesen haben wolle und dass meine Seele anders keinen Frieden finden würde.
Daraufhin hat er mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte.
Er will mir eines bauen und wünscht nicht einmal Bezahlung dafür.
Ich soll ihm nur die Materialkosten ersetzen.
Sobald er seinen aktuellen Auftrag erledigt hat, will er mir zu Diensten sein.
Ich bin gerne bereit, hoch zu fahren und mitzuhelfen.
Außerdem werde ich mit Freuden seine Talente finanziell fördern und einen Hunderter an Gage drauflegen.

Was wäre die Welt ohne ihre Künstler?

Und was wären Künstler ohne wohlverdiente Anerkennung?


Ich freue mich darauf, dich kennen zu lernen, Schildbauer!

:-)

3.8.20 18:20, kommentieren

Wenn Motoren und Herzen brechen



Ich hatte Halfdan so sehr gebeten mich wenigstens während der Arbeitszeit in Ruhe zu lassen....
...er hat es nicht fertig gebracht.


Eine meiner letzten Nachrichten an ihn war ein verzweifeltes Mittelfinger-Emoji.

...

Als ich dann mittags heim kam, habe ich noch bevor ich die Kinder begrüßte oder was aß oder rauchte, Halfdan angerufen, um ihn nicht unnötig warten zu lassen.
Ich fragte ihn, ob er beginnen wolle oder ich.
Er wollte, dass ich beginne.
Ich sprach ziemlich genau einen Satz und dann legte er auf und löschte meine Nummer und blockierte mich auf Facebook.
Per Whatsapp kann ich ihn also nicht mehr erreichen.

Was ich gesagt habe?

Ich sprach sehr sanft und langsam und ruhig.
Ich erklärte, dass es mir leid tut, aber es einfach nicht schaffe, mit seiner Art fertig zu werden und dass ich mich - auch wenn es egoistisch klingt - damit nicht länger belasten kann.
"...Ich kann es einfach nicht. Dafür bin ich nicht stark genug. Ich hoffe, dass du das verstehst."
Dann war die Leitung tot.

Ich ging in Facebook und beobachtete, wie er erst den Beziehungsstatus änderte, dann von meiner Freundesliste sprang und mich schließlich blockierte.
Ich nickte dazu und löschte ein paar seiner Bilder und Kommentare, bis es halbwegs vertretbar war und schrieb ihm, dass ich sein T-Shirt morgen zur Post bringen würde.
Die Nachricht kam nie an.
Er schickte eine SMS, dass er sein T-Shirt zurück haben wolle und dass er mir all die Sachen zurück schicken würde, die ich ihm mal geschenkt habe.
Das war dumm von ihm.
Ich schrieb, er solle die Sachen behalten.
Er antwortete, er wolle aber nicht.

Dumm.
Einfach nur dumm.

Ohne die grüne Umhängetasche wird er wieder sein Zeug in Alditüten durchs Mittelalter tragen.

Dumm!
Dummer dummer Junge.

Die genadelte Mütze wollte er auch nicht mehr haben und die maßgefertigten Socken sollte ich behalten.

Ich sprach, er solle sich das gut überlegen.

Er wollte nicht überlegen.

Ich habe die Socken noch mal ausgibig vermessen und Brander gefragt, ob er Interesse hätte.
Irgendwie dachte ich, er hätte mal vor langer Zeit davon gesprochen, dass er sich sowas wünschen würde.
Naja, falsch gedacht. Er lehnte dankend ab. Die Größe hätte wahrscheinlich eh nicht gestimmt.
Aber immerhin war er höflich.

Hab die Dinger dann binnen einer Stunde für 20 Euro an einen Fremden verkauft.
Das entspricht einem Stundenlohn von etwa, 1 €, wenn man die Materialkosten berücksichtigt.
War mir egal.
Ich wollte, dass jemand sich freut und glücklich wird.
In meinen Handarbeiten steckt immer viel Liebe und Sorgfalt.
Andererseits ist es aber immer auch ein Risiko, Kleidung für Fremde zu machen.... Die Edda drückt es sehr schön aus:

"Schuhe nicht sollst du noch Schäfte machen für andere als für dich: Sitzt der Schuh nicht, ist krumm der Schaft, wünscht man dir alles Übel."

Egal, was solls!

Als das erledigt war, schrieb ich den Clans-Chef vom Chattenland an und beichtete, dass ich nun keine Belgeitung und auch kein Zelt mitbringen könne.
Er und seine Gefährtin trösteten mich und versprachen mir ein Rundzelt für mich und meine Kinder. Ich sollte nur für einen Schlaf-Untergrund sorgen.
Da muss ich mir was einfallen lassen, denn ich habe nichts... :-(

Auf Facebook postete ich einen lockeren Witz über Gespräche, die sich wie zwei Tage Kreisverkehr anfühlen und das war dann das Ende von Kapitel Halfdan.

...

Pünktlich um 15 Uhr kam Der-Mit-Zwei-Jobs-Tanzt zwecks Umgang mit den Kindern.
Ich habe Kaffeestückchen geholt und Kaffee für ihn gekocht.
Dann traf mich die Hiobs-Botschaft. Sein Manta ist verreckt. Der steht jetzt hier irgendwo ein Stück weit entfernt mit massivem Motorschaden.
Ich war geschockt und sprach ihm mein ehrliches Mitgefühl aus. Sofort suchte ich in meinem Zauberhandy nach einem 1,9 Liter Motor für A-Manta GT/E.
Die kosten leider mehrere tausend Euro.
Mein Ex-Mann war am Boden zerstört.
Ich bot ihm finanzielle Unterstützung an, doch er winkte ab.

Der Nachmittag war entspannt.
Nach dem Kaffee holte ich das Zigaretten-Päckchen, welches ich für Halfdan gekauft hatte und ließ meinen Ex-Mann erst mal eine rauchen.
Wir redeten über sein Auto und ich hörte ihm zu. Hörte mir die Geschichten an, wo er mit dem Ding schon überall war und welche besondere Beziehung zu jedem einzelnen verbauten Teil bestand. Der Motor war noch Original. Und irgendwas von seinem Opa war auch verbastelt. Ich weiß nicht mehr. Er hat so viel erzählt.
Ich war um Trost bemüht.
Ich versprach ihn, ihn gemeinsam mit den Kindern abends heim zu fahren. Und ich schenkte ihm den Kasten Bier (den ich auch für Halfdan gekauft hatte...).

Gegen Abend hatte er so starke Kreuzschmerzen, dass die Tabletten, die er ununterbrochen nahm, nichts mehr nützten.
Ich holte mein Mohnblüten-Öl-Mazerat und massierte 20 Minuten lang sämtliche schmerzenden Verspannungen und auch die entzündeten Bandscheiben im Lendenbereich. Letztere ganz ganz vorsichtig.
Ich empfahl ihm in Rückenlage zu schlafen und einen Wasserkasten unter die Beine zu klemmen, damit die Wirbel sich wieder richten können.
Das wollte er tun.

Es war bereits nach 20 Uhr als ich ihn heim brachte und ihm den Bierkasten ins Haus trug.
Ich umarmte ihn und sagte ihm nochmal, wie leid mir das mit dem Manta tat.

Er tätschelte mir den Rücken und bedankte sich für alles. Dass ich ihn gefahren hatte und für das Essen und das Bier usw.
Ich lächelte und meinte, das sei keine große Sache. Das würde er doch alles für mich auch tun.
Und er nickte. "Ja, du kennst mich doch."

...
Ja, ich kenne dich.
Ich kenne dich aber auch anders.
Ich kenne dich als jemanden, der mich 10 Jahre hat weinen lassen. Leiden. Und verzweifeln.

Und dennoch:

Ich bin zwar selbst keine Heilige, doch ich werde immer da sein, wo ich gebraucht werde.

 


"Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet aber sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder...."


- Jules (Samuel L. Jackson), Pulp Fiction - bzw. Hesekiel 25,17, Schriftprophet 6. Jahrhundert vor Christus, Altes Testament

29.7.20 23:04, kommentieren

Aus Spaß wird Ernst

Nachdem Pussy-Halfdan nicht aufhört, mir auf den Keks zu gehen, werde ich heute die Beziehung beenden.

 

Ich kann verstehen, dass er mit der Situation unzufrieden ist.

Ich kann verstehen, dass er mich vermisst und deswegen seine Hormone verrückt spielen.

Ich kann verstehen, dass er sich übergangen fühlt, weil ich die Urlaubsplanung weisungsgemäß in die eigene Hand genommen habe.

 

Aber ich werde mir nicht das Leben schwer machen mit einem Mann, der mich von morgens bis abends nur noch mental fertig macht mit seinem Gefühls-Scheiß und Geheule.

Das ist nicht seine Aufgabe.

Sein Job war lediglich, mich auf bescheidene Weise weniger unglücklich zu machen.

 

Das hat er geschafft, in dem ich jetzt mehr wütend bin.

Bravo!

 

Sorry, aber damit kann ich mich aktuell nicht auch noch belasten.

 

Ich rufe ihn heute an und werde ihm mehr oder weniger höflich den Laufpass geben.

 

Die Buchung habe ich heute morgen bereits storniert..

 

  ...

 

 Was auch überhaupt nicht geht, sind seine permanenten Vorwürfe.

Während er täglich mit seinen Kumpels saufen geht, darf ich kein eigenes Privatleben haben.

Da hat er mir gestern tatsächlich vorgeworden, dass ich mit den SCA-Kämpfern trainieren war.

Und als sei das nicht schon dreißt genug, hat er auch noch mein "Outfit" kritisiert.

Großer Odin, das nennt sich Rüstung, du Dödel! Und die trägt man nicht auf'm Laufsteg. Die soll nur dazu dienen, dass ich die Attacken heile überstehe!!!

Außerdem werde ich mir nach und nach eigenes Zeug zusammenbauen.

 

Statt sich für mich zu freuen oder mich zu unterstützen kam von ihm nur ein

 "Das gefällt mir überhaupt nicht" mimimi

 

Dass ich für jeden Ausflug aus meiner alleinerziehenden berufstätigen Mutterrolle in ein eigenes Privatleben dankbar bin, rafft er nicht.

 

 Ich war so glücklich und er hat alles kaputt gemacht.

 

Und so geht das andauernd.

 

Er betreibt massiv Psychoterror und ich muss mich ständig verteidigen.

 

 

Nee....

Brauch ich nicht.

 

Pussy-Halfdan, du bist der Schwächste, du fliegst und tschüss!

 

 

 

 ----

P.s. Ich danke den Göttern für diese Dosis meiner eigenen Medizin.

Endlich weiß ich, was ich letztes Jahr für ein nerviges Arschloch gewesen war.

 

 

 

 

 

2 Kommentare 29.7.20 09:25, kommentieren

Sauer

 

 

Halfdan, dieses dämliche Arschloch, regt mich grad so auf!!!

 

Seit drei Wochen versuche ich mit ihm unseren gemeinsamen August-Urlaub zu planen.

Das Ende vom Lied war folgendes: Da ich die erste Woche in meinen heimatlichen Gefilden bleiben will, da ich vom 07. bis 09. August zum Thing des Chattenlandes geladen bin, hat er mir die ganze Planung und Organisation überantwortet.

Ich hab sogar extra GEFRAGT, ob es für ihn ok wäre, wenn ich vom 03.08. bis 06.08. eine Pazelle auf einem hiesigen Campingplatz miete und wir von da aus Sightseeing und Burgentouren unternehmen.

"JA", hat der Großmeister gesagt.

 

Heute teile ich ihm mit, wo es die ersten 4 Tage hingeht und dass ich bereits kostenplflichtig die letzte freie Pazelle reserviert habe, und was macht er???

Er jammert jetzt seit einer Stunde per Whatsapp herum, dass er lieber irgendwo wild und ohne andere Leute zelten will.

 

Ich möchte ihn gerade treten und hauen.

Ehrlich.

 

Ich hab so einen Hass auf diesen Menschen, das glaubt ihr nicht!

 

 

Ich hasse sein mimosenhaftes Geseier!

Ich hasse sein wenig mannhaftes Gezicke!

Ich hasse sein chaotisches Hakuna Matata!

 

 

 

Und ich werd beim besten Willen nicht fertig mit ihm.

Das ist mir einfach zu viel und zu anstrengend.

 

Dieser Mann macht mehr Arbeit, als die Mühe wert ist.

 

Ich mach drei Kreuze, wenn der Urlaub vorbei ist und ich endlich Bilanz ziehen kann, ob die ganze Scheiße wirklich eine Fortsetzung verdient.

 

 

 

 

1 Kommentar 28.7.20 11:47, kommentieren

Mein Fehler

 

Nach Durchsicht meiner vorangegangenen Einträge musste ich mir tatsächlich ein paar Dinge eingestehen…

 

Es ist vermessen von mir zu glauben, dass ein Jahr im Mittelalter und eine Stunde Schwertkampftraining mich zum Experten machen würden.

Vielleicht hat Halfdan Recht und ich sollte ihn mehr unterstützen, statt ihn mit bösen Ahnungen zu verfolgen.

Das ganze soll ja schließlich auch Spaß machen.

 

Andererseits heißt es in der Edda:

 

„Das ist Seelentausch, sagt Einer getreulich

Dem Andern Alles was er denkt.

Nichts ist übler als unstet sein:

Der ist kein Freund, der zu Gefallen spricht.“

 

Warum sollte ich sein Vorhaben bejubeln und beklatschen, wenn ich doch ganz anders darüber denke?

Am besten wird sein, ich sage gar nichts mehr.

 

Und überhaupt: gibt es denn wirklich gute oder schlechte Anführer? Kann nicht jeder zum Jarl geboren sein, wenn der Wunsch danach so groß ist?

 

Die Edda sagt:

„Laster und Tugenden liegen den Menschen

In der Brust beieinander.

Kein Mensch ist so gut, daß nichts ihm mangle,

Noch so böse, daß er zu nichts nützt.“

 

Andererseits weiß ich, dass Halfdan in seinen bisherigen Führungspositionen bereits massiv Ärger hat.

Er sollte ein Gruppen-Projekt bezüglich einer Spendenkampagne leiten. Das Ende vom Lied war, dass kein Mensch auf ihn gehört hat und er nicht fähig war, dafür zu sorgen, dass die übrigen Team-Mitglieder ihr Soll auch erfüllten. Er hat schließlich alles alleine getan und wollte dafür auch die alleinige Anerkennung, was den anderen Leuten nicht sehr gefallen hat. Er kam zu Streitgesprächen, die beinahe das Scheitern des ganzen Projektes bedeutet hätten. Er wurde sogar zu einem Gespräch bei seinem Vorgesetzten geladen und bekam ob seines Übereifers einen Rüffel.

 

Ich sehe in Halfdan einen Mann mit großen Visionen und Ideen.

Aber ich sehe genauso, wie keiner ihm folgen will, weil er es nicht schafft zu überzeugen.

 

Das muss nichts schlimmes bedeuten.

 

Ich bin doch selbst nicht besser.

 

Auch ich besitze Talente und Phantasie und Ideen. Trotzdem bin ich weder Anführer noch Mitläufer. Ich bin genau wie Halfdan – ein Einzelgänger.

 

Ich sammel meine Kräuter, ich bearbeite meine Wolle, ich nähe meine Kleider, ich schreibe meine Geschichten und Gedichte.

Allein der Schwertkampf wird mich zur Interaktion zwingen.

 

Ich denke, das ist auch gut so.

 

 

…Das Herz frißt dir Sorge, magst du keinem mehr sagen

Deine Gedanken all…

24.7.20 09:50, kommentieren



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